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		<title>DJJV Technikum - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<updated>2026-04-25T12:18:39Z</updated>
		<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_als_Vereinswerbung_/_Verbandswerbung&amp;diff=1981</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung</title>
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				<updated>2015-09-24T08:15:52Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Leider ist Ju-Jutsu im Gegensatz zu Judo, Karate oder Taekwondo vielen Menschen noch immer kein Begriff. Der Laie 'weiß', dass die Judo-Kämpfer werfen (Judo ist immerhin olympisch), die Karate-Kämpfer Ziegelsteine zertrümmern und die Taekwondo-Kämpfer irgendwelche 'coolen Kicks a la Chuck Norris' lernen. Und die Ju-Jutsu-Kämpfer?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das Ju-Jutsu viel zu bieten hat, darauf muss ich an dieser Stelle wohl nicht näher eingehen. Die Frage ist jedoch, wie kann man das bekannt machen? Das Angebot eines Vereins kann noch so toll sein, wenn niemand davon weiß, wird sich auch niemand anmelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theater und Film sind zwei Möglichkeiten, das Ju-Jutsu in seiner Vielfältigkeit einem (verhältnismäßig) großen Publikum zu präsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbandswerbung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe auf Bundes- oder Landesebene zwei Möglichkeiten, das Ju-Jutsu bekannt zu machen, auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Spielfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Spielfilm wird die zu übermittelnde Botschaft, im Gegensatz zum Beispiel zum Dokumentations- oder Werbefilm, in eine interessante, spannende, überraschende oder lustige Geschichte ver-packt. Der Zuschauer wird unterhalten und lernt sozusagen nebenher das Ju-Jutsu kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee ist folgende: man dreht nicht nur einen Spielfilm, sondern fünf oder sechs verschiedene, die jeweils einen anderen Schwerpunkt des Ju-Jutsus aufgreifen. Jeder Spielfilm dauert nicht länger als fünf bis zehn Minuten und hat immer das selbe Design (DJJV-Logo, gleiche Schrift, Intro, etc.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Themen könnten zum Beispiel sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kinder-Selbstverteidigung&lt;br /&gt;
* Frauen-Selbstverteidigung&lt;br /&gt;
* Wettkampf / Prüfung&lt;br /&gt;
* Gesundheitssport&lt;br /&gt;
* Spiel und Spaß im Training&lt;br /&gt;
* Ju-Jutsu bei der Polizei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das A und O ist die Qualität der Filme. Sie müssen rundum begeistern und die Zuschauer dazu bewegen, sie weiterzuempfehlen (zu liken).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ein solches Vorhaben, müsste der DJJV eine Team zusammenstellen, das diese Filme produziert. Als Theaterpädagoge kann ich die Drehbücher schreiben und Regie führen. Zusätzlich benötigt man einen Kameramann (mit Equipment), einen Cutter, Schauspieler und im besten Fall  einen Tontechniker und einen Maskenbildner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich bedeutet ein solches Projekt einen großen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Auf der anderen Seite können die Filme über facebook, YouTube, die DJJV-Homepage, die Homepages der Landesverbände und die über hundert Vereinshomepages eine breite Masse erreichen. Sie können so das Bild, das die Menschen vom Ju-Jutsu haben (oder eben gerade nicht), positiv beeinflussen und somit zur Mitgliedergewinnung beitragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich selbst drehte mit ein paar Schauspielschülern und -schülerinnen vor zwei Jahren einen kleinen Film  – allerdings ohne professionelle Ausrüstung – auf den ich in Kapitel 6.2 Wehr dich! genauer eingehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Tournee-Theaterstück ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man ein werbeträchtiges Tournee-Theaterstück entwickeln, benötigt man als erstes ein Thema, das in den Schulen Anklang finden könnte (z.B. Mobbing auf dem Schulhof) und arbeitet dieses zielgruppengerecht auf. Man entwickelt ein Theaterstück, das sowohl die Zuschauer (in diesem Fall Kinder und Jugendliche) begeistert (mit spannenden Showkampf-Szenen etc.), als auch eine Botschaft transportiert, die pädagogisch wertvoll ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Stücks durchläuft mehrere Phasen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Phase''' – Kennenlernen / Stückfindung – Intensiv-Wochenende (Fr - So)&lt;br /&gt;
In der ersten Phase des Projekts haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich gegenseitig kennen zu lernen und ein Vertrauen untereinander aufzubauen. Zudem erarbeitet der Regisseur mit ihnen zusammen eine Rohform des Stückes. Sie beschäftigen sich mit den Fragen: Was wollen wir zeigen? Welche Figuren treten auf? Was sind ihre Motive, Beweggründe, Ängste, Wünsche? Was kann in den Szenen passieren? Wo sind Wendepunkte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Phase''' – Ausarbeitung des Stücks / Text lernen – Zwei bis drei Monate&lt;br /&gt;
In der zweiten Phase, erarbeitet der Drehbuchautor das endgültige Bühnenstück, erstellt der Regisseur den Probenplan, lernen die Schauspieler ihren Text und sucht der Tournee-Planer Schulen, die Interesse daran haben, dass bei ihnen ein solches Stück aufgeführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Phase''' – Inszenierung – Zwei Wochen ganztags (am Stück oder aufgeteilt)&lt;br /&gt;
In der dritten Phase inszeniert der Regisseur mit den SchauspielerInnen die einzelnen Szenen. Die präzise Ausarbeitung von Bühnenchoreographien und komplexen Charakteren ist eine intensive Arbeit und benötigt Zeit. Dementsprechend arbeitet der Regisseur mit den Teilnehmern in diesen zwei Wochen ganztägig an der Inszenierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Phase''' – Letzte Proben und erste Aufführungen – Eine Woche ganztags&lt;br /&gt;
In der letzten Proben-Phase stehen die Aufführungen im Mittelpunkt. Den Anreisetag und den Tag danach nutzt die Gruppe noch einmal um Durchläufe zu proben und an einzelnen Szenen zu schleifen. Am dritten, vierten und fünften Tag sollte, wenn möglich, jeweils eine Aufführung stehen. Dadurch bekommt die ganze Gruppe Feedback, das nun noch in das Stück eingearbeitet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Phase''' – Tournee&lt;br /&gt;
Mit dem fertigen Stück reist die Gruppe nun quer durch Deutschland und spielt an allen Schulen, die Interesse daran haben. Bei jeder Veranstaltung werden Flyer ausgeteilt, Banner aufgehängt und in einer Einführung oder einem Nachgespräch über das Ju-Jutsu informiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein solches Theaterstück auf die Beine zu stellen nimmt viel Zeit in Anspruch und ist nur dann realistisch, wenn alle Beteiligten für ihre Arbeit ein entsprechendes Honorar bekommen. Es gibt jedoch in Deutschland bestimmt Fördertöpfe die für derartige Projekte Gelder bereitstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereinswerbung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereine haben gegenüber dem Verband den Vorteil, dass von ihnen keine so hohe Qualität bzw. Professionalität erwartet wird. Man darf einem Vereinsfilm ansehen, dass er von einem Hobbyfilmer gedreht wurde und man darf bei Vereinsaufführungen merken, dass die Darsteller keine professionellen Schauspieler sind. Das heißt aber natürlich nicht, dass die Filme und Aufführungen nicht trotzdem so gut wie möglich sein sollten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Clip ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt eines langen Werbefilms, empfiehlt es sich für den Verein viel mehr kurze Clips (&amp;lt; 1 Minute) zu drehen und diese auf die Homepage zu stellen. Diese kurzen Clips sollen den Zuschauer emotional ansprechen und im vermitteln, wie toll es in dem Verein ist. Mögliche Inhalte sind zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein Ausschnitt wie im Training alle zusammen spielen und lachen&lt;br /&gt;
* Eine kurze Sequenz zweier Ju-Jutsu-Ka, die dynamisch und technisch sauber je eine Kombination zeigen (etwa wie im Duo-Wettkampf)&lt;br /&gt;
* Ein Clip, in dem man sieht, wie ein Teilnehmer auf dem Weg zur Umkleide vom 'Reporter' angesprochen wird und in zwei Sätzen kurz sagt, warum er so gerne ins Training kommt.&lt;br /&gt;
* Ein Ausschnitt, in dem eine 50 jährige Frau eine Technik erklärt bekommt und diese prompt gut umsetzen kann.&lt;br /&gt;
* Ein Ausschnitt in dem eine Frau angegriffen wird und sich zur Wehr setzt&lt;br /&gt;
* …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Clip sollte kurz und knackig sein und am Ende auf den Verein verweisen. Es empfiehlt sich, alle Clips extra zu stellen und gegebenenfalls einzuproben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ju-Jutsu-Aufführung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegenheiten für Ju-Jutsu-Aufführungen gibt es viele: Vereinsfeiern, Stadtfeste, Märkte auf denen sich die ortsansässigen Vereine präsentieren können, etc. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie aber kann eine solche Ju-Jutsu-Aufführung aussehen? Hier ein paar Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Kata'''&lt;br /&gt;
Ein hochgraduierter Ju-Jutsu-Ka führt eine Reihe von spektakulären Ju-Jutsu-Techniken gegen eine ganze Reihe von Gegnern vor. Der Rahmen ist formell und jede Technik bis zur Perfektion geübt. Der Zuschauer soll erkennen, dass viel Training hinter dem Gezeigten steckt und dass Ju-Jutsu mehr ist als nur ein 'Hau-Drauf-Kampfsport'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Der Spaßkampf'''&lt;br /&gt;
Ju-Jutsu-Techniken werden in einen lustigen Kontext verpackt. Die Darsteller haben keinen Gi an und verhalten sich auch sonst nicht der Etikette entsprechend. Um eine solche Szene zeigen zu können, empfiehlt es sich, sich zuvor ein bisschen mit Showkampfelementen auseinanderzusetzen. Ein Ablauf könnte in etwa so aussehen:&lt;br /&gt;
			&lt;br /&gt;
# A sitzt auf einem Hocker und liest eine Zeitung.&lt;br /&gt;
# B schleicht sich von hinten an und will A schlagen.&lt;br /&gt;
# A duckt sich zufällig. B fällt über A. B will aufstehen.&lt;br /&gt;
# A schlägt die Beine übereinander und 'trifft' B am Kinn. &lt;br /&gt;
# A steht auf, faltet die Zeitung zusammen und will von der Bühne gehen. C rennt auf A zu und stößt ihn um.&lt;br /&gt;
# A macht ein Kopfwurf. Steht danach überrascht da ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Form der Präsentation soll der Zuschauer einfach nur unterhalten sein und gerade nicht merken, wie viel Arbeit in der Szene steckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufführung mit Spezialeffekten'''&lt;br /&gt;
Mehrere Paare zeigen Ju-Jutsu-Techniken in Kombination (genau wie an der Prüfung). Allerdings bauen sie zusätzlich Spezialeffekte ein. Solche Effekte könnten sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Technik einmal in Zeitlupe und einmal schnell&lt;br /&gt;
* Die Technik einmal vorwärts und einmal rückwärts&lt;br /&gt;
* Zwei oder mehr Paare machen ihre Kombinationen exakt parallel&lt;br /&gt;
* Drei oder mehr Paare machen ihre Kombinationen exakt parallel, aber wie bei einem Kanon um eine Aktion versetzt&lt;br /&gt;
* Gemeinsam immer wieder an spektakulären Stellen einfrieren&lt;br /&gt;
* Den Raum abdunkeln und das Ganze mit Schwarzlicht anleuchten&lt;br /&gt;
* Den Raum abdunkeln und das Ganze mit einem Stethoskop anleuchten&lt;br /&gt;
* Der Ju-Jutsu-Choreographie auf Musik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein sehr wirksames Mittel bei Aufführungen ist immer die Musik. Eine Möglichkeit ist natürlich, diese einfach im Hintergrund ablaufen zu lassen. Eine andere, sehr viel anspruchsvollere, ist die, die ganze Choreografie auf die Musik aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierfür muss man sich als erstes für eine Musik entscheiden und diese sehr oft hören und auf Höhepunkte, Brüche, Tempo, Inhalt, etc. untersuchen. Es empfiehlt sich, ein Musikstück mit einem starken Rhythmus zu wählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wird die gesamte Choreografie Stück für Stück aufgebaut. Langsam und sorgfältig. Diese Form der Aufführung benötigt von allen hier Beschriebenen am meisten Vorbereitungszeit. Dafür wirkt das Ergebnis umso beeindruckender!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in Selbstverteidigungskursen|Theater in Selbstverteidigungskursen]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen|Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung|Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung]]&lt;br /&gt;
# Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Fazit|Fazit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_in_der_Trainer-Ausbildung_/_Kursleiter-Ausbildung&amp;diff=1980</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung</title>
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				<updated>2015-09-24T08:14:18Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein guter Trainer bzw. Kursleiter zeichnet sich nicht nur durch sein großes Fachwissen in Theorie und Praxis und die erworbene Methoden-kompetenz, sondern auch durch viele andere, weniger greifbare Fähigkeiten aus. Unter anderem durch… &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* …eine authentische und gut verständliche Sprache&lt;br /&gt;
* …ein hohes Maß an Flexibilität&lt;br /&gt;
* …innere und äußere Struktur und die Fähigkeit, diese bei Bedarf aufzubrechen&lt;br /&gt;
* …Souveränität im Auftreten&lt;br /&gt;
* …Ruhe und Geduld mit sich und anderen&lt;br /&gt;
* …Humor und die Fähigkeit, auch über die eigenen Fehler lachen zu können&lt;br /&gt;
* …(natürliche) Autorität&lt;br /&gt;
* …Kraft und Ausdauer um auch langatmige (aber nötige) Machtkämpfe auszufechten&lt;br /&gt;
* …die Bereitschaft das Gute in jedem Teilnehmer zu sehen&lt;br /&gt;
* …eine Liebe zum Training, zu den Menschen und zum Sport&lt;br /&gt;
* …den Willen, etwas durch sein Training bei den Teilnehmern zu bewegen und ihnen etwas auf ihren Weg mitzugeben&lt;br /&gt;
* …einen Blick für Details auf der einen und das Große und Ganze auf der anderen Seite&lt;br /&gt;
* …die Begeisterung und die Fähigkeit andere damit anzustecken&lt;br /&gt;
* …ein gesundes Maß an Aggression (im positiven, ursprünglichen Sinne von aggredere – voranschreiten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich ist diese Liste bei weitem nicht abgeschlossen. Die Theaterpädagogik greift in ihren Spielen und Übungen viele der oben genannten Punkte gezielt auf, da diese auf der Bühne oft genauso wichtig sind, wie auf der Matte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Rhetorik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel zu sprechen heißt noch lange nicht gut zu sprechen – das weiß jeder, der einmal einen Lehrer hatte, der sich in unendlich langen Monologen erging, statt die Dinge mit wenigen Worten, knapp und präzise auf den Punkt zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man spricht von einem rhetorisch geschickten Menschen, wenn diesem die Zuhörer gebannt an den Lippen hängen, wenn er es schafft, einen komplexen Gedanken auf das Wesentliche herunterzubrechen und ihn klar und einfach zu formulieren, und wenn man als Zuhörer (oder Diskussionspartner) danach das Gefühl hat, das Gesagte vestanden zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Begründer der Rhetorik gilt der antike Dichter Homer (siehe Abbildung), der in seinen Geschichten erstmals das Element der Rede verwendet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einfachheit halber möchte ich die Rhetorik in vier Bereiche unterteilen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* in Körpersprache&lt;br /&gt;
* in den Einsatz der Stimme&lt;br /&gt;
* in Gedankenführung&lt;br /&gt;
* und in Argumentation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens an dieser Stelle, stellt man fest, dass einem bestimmte Bereiche (wie zum Beispiel die Körpersprache aber auch der Einsatz der Stimme) immer wieder begegnen. Das zeigt zum einen wie wichtig diese Bereiche im gesamten Ju-Jutsu (und überhaupt im Leben) sind, und zum anderen wie vielfältig man seinen Körper und seine Stimme in verschiedenen Situationen einsetzen kann. Ich will mich an dieser Stelle nur kurz ergänzend mit den ersten beiden Punkten befassen um dann ausführlicher auf den Punkt Gedankenführung einzugehen. Der vierte Punkt Argumentation, gehört nicht zu den klassischen Theaterthemen, daher werde ich auf diesen nur kurz eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Körpersprache (in der Trainerausbildung) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trainer will mit seiner Körpersprache etwas anderes senden, als jemand der sich in Phase gelb gegen einen potenziellen Angreifer behaupten muss. In Kapitel [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in Selbstverteidigungskursen#Die Haltung|Die Haltung]] habe ich bereits erwähnt, dass sich in der Kommunikation Sender und Empfänger in ihren Bewegungsmustern häufig angleichen. Das bedeutet, dass einem Trainer, der ununterbrochen in einer ruhigen, deeskalierenden Art und Weise unterrichtet, die Teilnehmer wahrscheinlich einschlafen bzw. diese ein hohes Maß an Eigenmotivation aufbringen müssen. Dagegen hat es ein Trainer, der selbst vor Energie sprüht, motiviert ist und Spaß am Training hat, wahrscheinlich leicht seine Gruppe zu motivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Theater gibt es den Begriff der Rampensau. Schlägt man diesen Begriff im Duden nach, steht dort als Definition:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. leidenschaftlicher Bühnenkünstler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. jemand, der, im Mittelpunkt stehend und andere in den Hintergrund drängend, in der Lage  ist, durch seine Leidenschaftlichkeit mitzureißen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder professionelle Schauspieler muss, bis zu einem gewissen Grad, eine Rampensau sein. Er muss es genießen, im Mittelpunkt zustehen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und andere Leute durch sein Auftreten zu begeistern. Es gehört in dem Beruf dazu, andere in den Hintergrund zu drängen bzw. um die Aufmerksamkeit des Publikums zu konkurrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ähnlicher Weise, wenn auch nicht so ausgeprägt, gilt das auch für den guten Trainer und Kursleiter. Wer nicht gerne im Mittelpunkt steht, wird keine Lehrgänge geben oder in der Trainerausbildung tätig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Trainer muss nicht die ganze Zeit den Alleinunterhalter für seine Schüler spielen (wenn überhaupt), aber er sollte durch seine Körpersprache ausstrahlen, dass er gerne hier ist und dieses Training leitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Einsatz der Stimme (in der Trainerausbildung) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in Selbstverteidigungskursen#Körpersprache|Körpersprache]] habe ich darauf hingewiesen, dass bei einer authentisch gesendeten Botschaft der Inhalt, die Stimme und die Körpersprache eine Einheit bilden sollten. Und wir wissen, dass ein entspannter Mensch viel leichter hierzu in der Lage ist, als ein angespannter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen Trainer ist es jedoch nicht nur wichtig, entspannt und authentisch zu sein, sondern auch seine Stimmlage zu variieren. Bleibt ein Trainer konstant in der selben Stimmlage und schlimmstenfalls sogar noch in der selben Sprechgeschwindigkeit (also laaaangsaaaam oder soschnelldassmankaumnochmitkommt) wirkt das auf den Teilnehmer entweder monoton, langweilig oder anstrengend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gängige Variationsmöglichkeiten sind: laut/leise, schnell/langsam und hoch/tief. Wenn man es schafft, diese drei Stimmregler frei einzusetzen, ergibt sich daraus eine unendliche Fülle an stimmlichen Nuancen, die das Training interessanter machen und mit denen man wichtige Punkte von weniger wichtigen Punkten deutlich absetzen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Gedankenführung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gedankenführung hat viel mit Mathematik zu tun. Will man einem Schüler einen komplizierten mathematischen Beweis erklären, sind drei Dinge wichtig:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Man muss den Beweis selbst verstanden haben&lt;br /&gt;
# Man muss den Schüler logisch Schritt für Schritt durch den Beweis führen&lt;br /&gt;
# Man muss stets den ganzen Beweis und das angestrebte Ziel im Bewusstsein halten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nicht jeder mit Mathematik auf gutem Fuß stehen, möchte ich diese drei Punkte zuerst auf das Sprechen eines Textes und dann auf das Erklären einer Ju-Jutsu-Technik übertragen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Der Monolog'''&lt;br /&gt;
Nehmen wir als Beispiel die ersten Zeilen aus dem berühmten Faust-Monolog von Johann Wolfgang von Goethe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Faust:		&amp;lt;blockquote&amp;gt;Habe nun, ach! Philosophie,&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;Juristerei und Medizin,&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;Und leider auch Theologie&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;Da steh ich nun, ich armer Tor!&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;Und bin so klug als wie zuvor;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt, muss ein Schauspieler, der diesen Monolog auf der Bühne sprechen will, den Text inhaltlich verstehen. Das bedeutet nicht nur, vordergründig den Sinn der Worte erfassen, sondern auch, das zu sehen, was hinter dem Text versteckt ist: den sogenannten Subtext. In diesem Fall, könnte dieser etwa so lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Subtext:	&amp;lt;blockquote&amp;gt;Jetzt bin ich so alt und habe mein ganzes Leben&lt;br /&gt;
			damit verschwendet, völlig unnütze Dinge zu lernen.&lt;br /&gt;
			Und was habe ich jetzt davon? Nichts!&lt;br /&gt;
			Ich habe mich all die Jahre derartig bemüht und&lt;br /&gt;
			angestrengt und mein ganzes Leben der Suche&lt;br /&gt;
			nach Antworten untergeordnet, ohne auch nur jemals&lt;br /&gt;
			eine Antwort auf eine wirklich wichtige Frage&lt;br /&gt;
			bekommen zu haben…&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat der Schauspieler den Text selbst verstanden, hat er in einem nächsten Schritt die Aufgabe, ihn so zu sprechen, dass er auch für den Zuschauer verständlich wird. Hierbei sind, wie oben bereits erwähnt, zwei Dinge wichtig: der innere Bogen des einzelnen Satzes (Abschnitts) und der Spannungsbogen des gesamten Stückes. Beides muss der Schauspieler beim Sprechen präsent haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der innere Bogen eines Satzes (oder ganzen Abschnitts) wird bestimmt durch das Satzgefüge (Haupt- und Nebensätze), die Zeilenumbrüche, die Satzlänge, den Rhythmus, die Wortwahl, usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Spannungsbogen zieht sich durch das ganze Stück und ist damit dem 'kleinen Bogen' übergeordnet. Stände der selbe Abschnitt nicht in einem Drama Goethes, sondern in einer Komödie Molières und spräche sie nicht der tiefgründige Faust, sondern ein jammernder, dummer Greis, müsste man ihn auf der Bühne völlig anders umsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Schauspieler zu jedem Zeitpunkt seines Monologes sowohl den inneren Bogen des im Moment gesprochenen Satzes (Abschnitts), als auch den gesamten Spannungsbogen im Bewusstsein hat, kann er den Zuschauer so durch den Text führen, dass dieser am Ende auch wirklich verstanden hat, um was es geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Ju-Jutsu-Technik'''&lt;br /&gt;
Will ein Trainer einem Schüler eine neue Technik vermitteln (ich beschränke mich jetzt auf den Abschnitt des Technikerwerbs), sollte er diese nicht nur praktisch ausführen können, sondern auch theoretisch verstehen (Prinzipien !). Nur, wenn er weiß, warum er an einer bestimmten Stelle zum Beispiel eine Schrittdrehung macht, kann er diese dem Schüler auch logisch vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es in der Trainingslehre unterschiedliche Methoden, wie man einem Schüler eine neue Technik zeigen kann: die ganzheitliche und die analytische Lehrmethode (oder Teil-Schritt-Methode). In jedem Fall muss der Trainer aber beides im Sinn haben: die gesamte Technik und die einzelnen Schritte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idealerweise demonstriert der Trainer die gesamte Technik einmal im Fluss und in mittlerer Geschwindigkeit, damit die Schüler einen Gesamteindruck bekommen und motiviert werden. Danach demonstriert der Trainer die Technik noch mehrmals sehr langsam aus verschiedenen Perspektiven. Ähnlich einer Bilderreihe führt er logisch Schritt für Schritt durch die gesamte Technik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Argumentation ===&lt;br /&gt;
Das Thema Argumentation hat zwar mit dem Theater an sich nichts zu tun, dennoch habe ich hier, der Vollständigkeit halber, die wichtigsten Fragen, die man sich bei seiner (möglichst gründlichen) Vorbereitung stellen sollte, kurz zusammengefasst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Wen will ich überzeugen?'''&lt;br /&gt;
Das Gegenüber spielt bei jeder Argumentation eine entscheidende Rolle. Will man beispielsweise einen Kollegen mit dem selben Fachwissen überzeugen, muss man ganz anders argumentieren, als bei einem Laien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Fragen hierzu sind beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Muss ich eine Person überzeugen, oder mehrere?&lt;br /&gt;
* Ist diese mir wohl gesonnen?&lt;br /&gt;
* Hat sie Fachwissen?&lt;br /&gt;
* Ist sie ein Kopfmensch (dann liegt der Fokus auf Fakten und Daten) oder ein Gefühlsmensch (dann liegt er auf Emotionen)?&lt;br /&gt;
* Was hängt für sie von der Entscheidung ab? …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Wie kann ich meine Argumente untermauern?'''&lt;br /&gt;
Es reicht oftmals nicht, in einer Diskussion einfach nur etwas zu behaupten. Man muss seine Argumente auch belegen können. Dies ist möglich durch harte Zahlen und Fakten, aber auch durch Fallbeispiele oder Bilder, die im Gegenüber bestimmte Emotionen hervorrufen. Je besser man seinen Diskussionspartner kennt, umso individueller kann man seine Argumente untermauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Was will ich erreichen?'''&lt;br /&gt;
Die klare Zielsetzung ist das A und O bei der Vorbereitung, da alle Argumente nur darauf ausgerichtet werden. Ist das Ziel nicht klar, oder gibt es gar mehrere Ziele, verschwimmt die Argumentation und verliert an Überzeugungskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Was könnte mir mein Gegenüber entgegensetzen?'''&lt;br /&gt;
Bei einer Diskussion ist es wichtig, sich bereits im Vorfeld mit den Gegenargumenten zu beschäftigen und die voraussichtlichen Einwände des Gegenübers möglichst vollständig zu entkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Welche Argumente, will ich wann einsetzen?'''&lt;br /&gt;
Argumente gibt es viele. In der Vorbereitung ist es jedoch wichtig, aus der Masse die stärksten herauszufiltern und diese dann taktisch einzusetzen. Am besten baut man eine Argumentationskette, die stark beginnt und sich zum Ende hin noch steigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen zu Rhetorik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier noch ein paar spielerische Übungen zur Rhetorik:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Spontanrede'''&lt;br /&gt;
Ein Teilnehmer stellt sich vor die restliche Gruppe und zieht aus einem Stapel drei Begriffe (z.B. Busfahrer, Bananenschale, Tonbandgerät). Nun wählt die Gruppe ein Thema bzw. einen Kontext für die Rede (z.B. 'Auf dem 90. Geburtstag der Großmutter' oder 'Dankesrede bei der Oscar-Verleihung').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teilnehmer hat nun die Aufgabe, spontan eine (möglichst gute / lustige) Rede zu dem entsprechenden Thema zu halten und dabei seine drei Begriffe so geschickt einzubauen, dass die anderen danach nicht wissen, welche drei Begriffe er hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Konkurrenzrede'''&lt;br /&gt;
Jeder Teilnehmer zieht ein Thema (das kann ein Quatschthema sein, wie z.B. 'Sollte die 0 Promille-Regel auch auf Ameisenstraßen gelten?' oder aber auch ein fachspezifisches, wie im Ju-Jutsu z.B. 'Die Notwendigkeit des 3er-Kontakts im Prüfungsprogramm') und hat 10 Minuten Zeit eine möglichst interessante Rede auszuarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Zeit kommen alle wieder zusammen und das Los entscheidet, welche zwei Kandidaten mit ihren Reden in Konkurrenz treten. Beide halten ihre Reden nun gleichzeitig vor dem selben Publikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach etwa einer Minute wird unterbrochen und die Zuschauer dürfen sagen, wem von beiden sie mehr zugehört haben und, wenn möglich, warum. Der Spielleiter kann nun noch Tipps geben, bevor die zweite Minute beginnt und die Redner versuchen können das Feedback umzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich wird so lange gespielt (oder immer wieder) bis alle einmal an der Reihe waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sätze vorlesen'''&lt;br /&gt;
Eine gute Übung zur Gedankenführung ist es, lange komplexe Sätze vorzulesen. Natürlich so, dass der Zuhörer den Sinn des Satzes erfassen kann! Im folgenden habe ich zwei Sätze, zweier großer Meister der deutschen Sprache angeführt, an denen man gut üben kann. Natürlich eignet sich aber auch jeder andere längere, verschachtelte Satz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Satz ist der erste aus Goethes 'Das Märchen' und eignet sich gut zum Einstieg und üben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			&amp;lt;blockquote&amp;gt;An dem großen Flusse, der eben von einem starken&lt;br /&gt;
			Regen geschwollen und übergetreten war, lag in&lt;br /&gt;
			seiner kleinen Hütte, müde von der Anstrengung&lt;br /&gt;
			des Tages, der alte Fährmann und schlief.&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Satz stammt aus Kleists 'Michael Kohlhaas' und ist eine wirklich harte Nuss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ich, der mit meinem Haufen eben in einem Wirtshause&lt;br /&gt;
			abgestiegen und auf dem Platz, wo diese Vorstellung&lt;br /&gt;
			sich zutrug, gegenwärtig war, konnte hinter allem Volk&lt;br /&gt;
			am Eingang einer Kirche, wo ich stand, nicht vernehmen,&lt;br /&gt;
			was diese wunderliche Frau den Herren sagte; dergestalt,&lt;br /&gt;
			dass, da die Leute einander lachend zuflüsterten, sie teile&lt;br /&gt;
			nicht jedermann ihre Wissenschaft mit, und sich des&lt;br /&gt;
			Schauspiels wegen, das sich bereitete, sich sehr bedrängten,&lt;br /&gt;
			ich, weniger neugierig, in der Tat, als um den Neugierigen&lt;br /&gt;
			Platz zu machen, auf eine Bank stieg, die hinter mir im&lt;br /&gt;
			Kircheneingang eingehauen war.&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Argumente-Ping-Pong'''&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer gehen immer zu zweit zusammen und entscheiden, wer von beiden die Pro- und wer die Contraseite übernimmt. Nun bekommt jedes Paar einen Themenstapel. Sie ziehen ihr erstes Thema (z.B. 'An einem Tag im Monat, sollte das Autofahren verboten sein.') und beginnen sofort (also ohne Vorbereitung und ohne nachzudenken) mit dem Ping-Pong-Spiel: der eine sagt ein Pro-Argument und der andere versucht sofort ein Gegenargument zu finden – woraufhin der erste wieder ein Pro-Argument sucht. Das Spiel geht so lange, bis einem der beiden auf die Schnelle nichts mehr einfällt. Dann bekommt der andere einen Punkt und es wird das nächste Thema gezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Spiel ist eine Übungssache und kann beim ersten Mal etwas frustrierend sein, wenn einem Teilnehmer keine Argumente einfallen. Am besten immer mal wieder kurz spielen, dann übt sich das Argumentieren von ganz alleine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Der kontrollierte Dialog'''&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer gehen zu dritt zusammen und einigen sich, wer A, B und C ist. In der ersten Runde unterhalten sich A und B. C ist Schiedsrichter und Beobachter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A stellt nun in einem Satz eine (möglichst provokante) These auf. B versucht diese (ebenfalls in einem Satz) mit eigenen Worten wiederzugeben. Ist A mit der Wiedergabe von B zufrieden, sagt er 'richtig' und B darf eine Gegenthese stellen. Ist A nicht zufrieden, sagt er 'falsch' und B muss noch einmal versuchen die These von A wiederzugeben. Die beiden arbeiten solange an dem einen Satz, bis A sich verstanden fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 5-10 Minuten werden die Rollen getauscht, sodass nun A zum Beobachter wird und B und C miteinander diskutieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gruppendynamik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funktionen und Phasen in der Gruppendynamik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Gruppe, egal ob es sich dabei um Kindergartenkinder, Schüler, Erwachsene, Senioren oder eine bunte Mischung aus allen handelt, durchläuft die selben gruppen-dynamischen Prozesse und ordnet den einzelnen Teilnehmern unterschiedliche Funktionen zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Alpha – Der Chef&lt;br /&gt;
* Beta – Der Berater&lt;br /&gt;
* Gamma – Der Arbeiter&lt;br /&gt;
* Omega – Der Widersacher / Außenseiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Funktionen sind wertfrei und können sich im Prozess auch immer wieder verändern. Je intensiver die Gruppe an einem gemeinsamen Ziel arbeitet (z.B. einer Theateraufführung) und je mehr der Erfolg des Einzelnen von der Leistung der anderen Gruppenteilnehmer abhängt, umso deutlicher werden die Prozesse sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da das Ju-Jutsu keine Mannschaftssportart ist und somit der Erfolg bei Prüfungen und Wettkämpfen meistens nur vom eigenen Können abhängt (Ausnahmen sind zum Beispiel der Duo-Wettkampf oder die Kata zum 4. und 5. Dan) sind die gruppendynamischen Prozesse im Training oft nur sehr schwer erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutlicher werden die Prozesse dann in Sondersituationen wie Trainingslager oder längeren Aus- und Fortbildungen, in denen die Ju-Jutsu-Ka über einen längeren Zeitraum an einem Ziel arbeiten und nicht nach dem Training wieder nach Hause fahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Phasen, die eine Gruppe durchläuft hat der Wirtschaftswissenschaftler Warren Bennis wie folgt beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Dependenz'''&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer sind hilflos und ordnen sich bereitwillig der Autorität des Trainers unter. Sie versuchen dessen Erwartungen zu erfüllen und zu gefallen. Versuche einzelner Teilnehmer, Führungsaufgaben zu übernehmen, werden von der Gruppe abgeblockt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Konterdependenz'''&lt;br /&gt;
In der zweiten Phase bricht ein Machtkampf aus unter den Teilnehmern und auch zwischen der Gruppe und dem Trainer. Die Autorität, der sich die Teilnehmer in Phase eins noch untergeordnet haben, wird in Frage gestellt und die Gruppe versucht sich zu strukturieren. Die Teilnehmer werden den unterschiedlichen Funktionen zugeordnet und häufig kommt es zu einer Spaltung, wenn zum Beispiel mehrere Personen die Funktion des Alpha für sich beanspruchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Lösung'''&lt;br /&gt;
Die Gruppe konzentriert sich wieder vermehrt auf das eigentliche Gruppenziel (bzw. legt dies fest, sollte es bisher noch kein Ziel gegeben haben) und zieht an einem Strang. Streitigkeiten werden beigelegt und in gespaltenen Gruppen versuchen die Teilnehmer Brücken zu schlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Harmonie'''&lt;br /&gt;
Die Gruppe hält fest zusammen und die Teilnehmer verspüren untereinander eine große  Solidarität. Gemeinsam arbeitet die Gruppe intensiv auf das erklärte Ziel hin. Die Funktionen sind zugeordnet und zumindest für den Moment von allen akzeptiert. Die Gruppe versteht sich als Team und grenzt sich nach außen hin ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Entzauberung'''&lt;br /&gt;
In dieser Phase wird vieles von dem, was sich die Gruppe mühsam erarbeitet hat, wieder in Frage gestellt, was hohes Konfliktpotential birgt. Die persönlichen Wünsche und die Erwartungen der Gruppe sind oft nicht mehr konform und so entbricht erneut ein Machtkampf und die Gruppe zerfällt wieder in zwei oder mehr Subgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Konsensbildung'''&lt;br /&gt;
Erneut findet sich die Gruppe zusammen und orientiert sich wieder am gemeinsamen Ziel.Die Funktionen sind wieder geklärt und nun oftmals stabiler als in Phase 3. Die Gruppe ist nun nach außen offener und flexibler in ihrer Struktur und ihrem Regelwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man mit einer Gruppe über einen längeren Zeitraum hinweg an einem konkreten Projekt arbeiten, wie das in der Theaterpädagogik immer der Fall ist, was aber auch im Ju-Jutsu vorkommt, wenn man zum Beispiel eine ganze Gruppe auf eine hohe Gürtelprüfung vorbereitet, ist es von hohem Wert, sich die einzelnen Phasen des gruppendynamischen Prozesses bewusst zu machen und zu beobachten, welcher Teilnehmer von der Gruppe welche Funktion zugeteilt bekommt (die Funktionen kann man sich nämlich nicht aussuchen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spiele und Übungen zur Gruppendynamik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden möchte ich einige Spiele und Übungen beschreiben, die geeignet sind, um entweder die momentanen Strukturen sichtbar zu machen, oder um Prozesse aktiv in Gang zu setzen, um destruktive Phasen überwinden zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Zeltstange'''&lt;br /&gt;
Alle Teilnehmer bilden zusammen eine enge Gasse und strecken ihre Zeigefinger so nach vorn aus, dass der Übungsleiter eine leichte Zeltstange auf die Finger legen kann. Wichtig ist, dass jeder Zeigefinger die Stange während der gesamten Übung berührt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufgabe ist nun, die Zeltstange gemeinsam abzulegen. Im ersten Durchlauf dürfen die Teilnehmer nicht miteinander reden und werden wahrscheinlich an der Übung scheitern (die Stange wandert nämlich immer höher statt tiefer, da jeder immer seinen Finger an der Stange haben muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zweiten Durchlauf dürfen und sollen die Teilnehmer miteinander reden. Die Aufgabe ist nämlich nur dann zu schaffen, wenn einer die Führung übernimmt und die Gruppe leitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Flussüberquerung (I)'''&lt;br /&gt;
Der Trainer definiert zwei (nicht direkt nebeneinander liegende) Mattenreihen als Ufer und den Bereich dazwischen als reißenden Fluss. Die Teilnehmer haben nun die Aufgabe als ganze Gruppe vom einen Ufer zum anderen Ufer zu gelangen. Hierfür haben sie drei bewegliche Plattformen (z.B. Hula-Hoop-Reifen, Seiten einer Zeitung, kleine Holzplatten) zur Verfügung (evtl. liegt eine davon aber irgendwo im Wasser).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer müssen sich nun eine Strategie überlegen, wie sie die Aufgabe gemeinsam meistern können. Bleibt eine Person zurück oder fällt jemand ins Wasser, ist die Aufgabe nicht gelöst und die Gruppe muss von vorn beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Flussüberquerung (II)'''&lt;br /&gt;
Im Prinzip die selbe Übung, nur dass den Teilnehmern mehr Plattformen zur Verfügung stehen. Allerdings geht hier im Wasser jede Plattform unter, die (auch nur kurzzeitig) von niemandem berührt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Spinnennetz'''&lt;br /&gt;
Der Trainer spannt (am besten schon vor dem Training) zwischen zwei festen Stangen ein Netz mit größeren und kleineren Löchern. Die Teilnehmer haben nun die Aufgabe, das Netz zu passieren, ohne es zu berühren. Durch jedes der Löcher darf aber immer nur einer der Teilnehmer gehen, danach wird es für die anderen gesperrt. Der Trainer muss natürlich beim Spannen des Netzes darauf achten, dass genügend große Löcher vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gruppe muss sich nun wieder eine Taktik überlegen und die Aufgabe so lange versuchen, bis sie gelöst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in Selbstverteidigungskursen|Theater in Selbstverteidigungskursen]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen|Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen]]&lt;br /&gt;
# Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung|Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Fazit|Fazit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_im_Duo-Wettkampf_und_an_Pr%C3%BCfungen&amp;diff=1979</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen</title>
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				<updated>2015-09-24T08:11:20Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nicht nur Teilnehmer von Selbstverteidigungskursen können im Ju-Jutsu vom Theater profitieren, sondern auch jeder, der regelmäßig ins Training kommt und irgendwann Gürtelprüfungen ablegen oder an Duo-Wettkämpfen teilnehmen möchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Prüfung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Gürtelprüfung ist eine Präsentation und somit dem Theaterspiel anverwandt. In den unteren Kyu-Prüfungen präsentieren die Prüflinge (Schauspieler) den Prüfern und Zuschauern (Publikum), im Vorfeld (Probenphase) unter Anleitung des Trainers (Regisseur) genauestens einstudierte Techniken (Bühnenchoreographie) um danach eine angemessene Anerkennung (Applaus) zu erhalten. In den höheren Kyu- und den unteren Dan-Prüfungen weicht die Choreographie mehr und mehr der Improvisation. In den letzten beiden Prüfungen wird den Prüflingen schließlich beides in Perfektion abverlangt: die Choreographie in der Kata und die Improvisation im restlichen Prüfungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Choreographie oder Die Kunst der Wiederholbarkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Charlie Chaplin ist bekannt, dass er sich über viele Stunden lang damit beschäftigte, wie man eine Türklinke hinunterdrückt. Er hat den selben Vorgang immer und immer wieder wiederholt und analysiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Trainer weiß man um die hohen Wiederholungszahlen, die nötig sind, um eine Technik richtig zu beherrschen. Ich möchte an dieser Stelle darüber hinaus Möglichkeiten aus dem Theater aufzeigen, einen Bewegungsablauf einzustudieren und wiederholbar zu machen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Spiegel – Give and take'''&lt;br /&gt;
Die erste Übung ist eine Hinführung zum Kopieren und läuft ganz ähnlich ab, wie das zuvor beschriebene 'Give and take'. Zwei Partner stehen sich wieder gegenüber. Der eine beginnt, macht eine große Ganzkörper-Bewegung und findet danach zurück in den neutralen Stand. Nun ist der zweite an der Reihe. Dieser kopiert zuerst die Bewegung des anderen anderen und macht erst dann eine neue, eigene Bewegung vor, die dann wiederum der andere kopiert. Wichtig ist, dass die Bewegungen exakt kopiert werden. Dazu ist es hilfreich, wenn die Bewegungen anfangs langsam ausgeführt werden und nicht zu komplex sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewegung weitergeben'''&lt;br /&gt;
Alle stehen in einem Kreis. Ein Teilnehmer beginnt und macht eine große Bewegung. Diese versucht sein linker Partner nun zu kopieren. Und dessen linker Partner von ihm, und so weiter. Wichtig ist, dass nicht alle einfach die anfangs gezeigte Bewegung machen, sondern immer versuchen die Bewegung ihres Vordermannes exakt zu kopieren. Dadurch verändert sich die Bewegung mit der Zeit, da doch immer wieder jemand einen Fehler macht oder die Bewegung vergrößert oder verkleinert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Kopieren (zu zweit)'''&lt;br /&gt;
Beim Kopieren macht ein Partner keine abstrakte Bewegung mehr vor, sondern eine ganz konkrete Handlung (zum Beispiel Holzhacken). Nun muss der andere versuchen, diese Handlung exakt zu kopieren. Schafft er es, wechseln die Rollen, schafft er es nicht, zeigt der erste Partner noch einmal seine Handlung (diese sollte natürlich exakt wie beim ersten Mal sein!!). Anfangen sollte man auch bei dieser Übung mit leichten und vor allem kurzen Handlungen. Mit der Zeit können die Handlungen immer komplexer und länger werden. Während der Übung darf nicht gesprochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Kopieren (in der Gruppe)'''&lt;br /&gt;
Als Trainer kann man nun, wenn die Gruppe mit dem Kopieren vertraut ist, ihnen eine leichte Ju-Jutsu-Kombination zeigen, ohne im ersten Schritt etwas dazu zu sagen. Man zeigt die Übung mehrfach aus verschiedenen Blickwinkeln und natürlich sehr langsam. Die Teilnehmer sollen nun versuchen, die Kombination zu zweit zu rekonstruieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Minuten des Übens ruft man die Gruppe wieder zusammen und zeigt die ganze Kombination noch einmal. Jedes Paar kann nun genau auf die Stellen achten, die beim Üben schwierig waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nächsten Schritt und nach einer weiteren Übungsphase, dürfen ein oder zwei Paare die Kombination vorführen und die anderen versuchen zu erkennen, ob diese richtig ist oder nicht. Danach zeigt man die ganze Kombination noch einmal Schritt für Schritt und erläutert nun, was genau nacheinander passiert. In der letzten Übungsphase geht man von Paar zu Paar und verbessert eventuell noch letzte Fehler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es versteht sich von selbst, dass diese Übung nur mit Kombinationen gemacht werden darf, von denen beim Herumprobieren keine Gefahr ausgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Zählen'''&lt;br /&gt;
Als Regisseur kommt man immer wieder in die Situation, dass man mit den Schauspielern gemeinsam einen Tanz einstudieren darf. Bei diesem müssen alle Bewegungen synchron sein und auf die Musik passen. Um dies zu erleichtern, wird jede Bewegung mit einer Zahl des Taktes verbunden. Man zählt also bei einem 3/4-Takt: eins, zwei, drei, eins zwei drei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Methode kann man auch im Ju-Jutsu anwenden, wenn man neue Kombinationen lernt. Eins – Hals verkürzen und Fingerstiche zu den Augen. Zwei – Griffsprengen mit Schritt nach hinten. Drei – Ausfallschritt nach vorn mit Ellenbogenschlag ins Gesicht. Vier – Beinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade bei sehr langen Abläufen (Katas) kann diese Methode sehr hilfreich sein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Assoziationsketten'''&lt;br /&gt;
In der Intensiv-Vorbereitung vor einer Prüfung kann man sich an dieser Aufgabe versuchen. Ein Partner macht alle Kombinationen durch, der andere greift durchgehend an. Beide versuchen während der gesamten Zeit eine Assoziationskette zu bilden. Das heißt: der Angreifer sagt ein Wort seiner Wahl z.B. 'Hund'. Darauf sagt der Verteidiger ein Wort, das ihm spontan zum Thema 'Hund' einfällt z.B. 'Floh'. Dann ist der Angreifer wieder an der Reihe. Es dürfen keine Pausen entstehen und es darf kein Wort doppelt gesagt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Mögliche Assoziationskette wäre zum Beispiel: Hund – Floh – Zirkus – Zelt – Camping – Ausflug – Rucksack – Tasche – Taschenlampe – Licht – Kerze – Weihnachten…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Improvisation oder „Die Kunst, ohne Anlauf durch den Stegreif zu springen.“ ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das in der Überschrift verwendete Zitat von Georg Thomalla beinhaltet zwei wichtige Aspekte der Improvisation: erstens die Unmittelbarkeit und zweitens den hohen qualitativen Anspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir als Beispiel eine fiktive Selbstverteidigungssituation: ich war nach einem langen, anstrengenden Tag noch mit ein paar Freunden im Restaurant und bin nun alleine auf dem Weg zu meinem Auto. Es ist dunkel. Mir ist kalt. Es regnet. Plötzlich werde ich hart zur Seite gestoßen…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ersten Angriff konnte ich nicht abwehren. Ich habe ihn nicht gesehen. Auf den zweiten Angriff muss ich jedoch reagieren und zwar schnell. Ich habe keine Zeit, mir zu überlegen: 'Mache ich jetzt einen Armstreckhebel, oder doch besser eine große Außensichel… ?' Ich muss handeln. Aber wie? Wenn meine erlernten Techniken jetzt nicht qualitativ hochwertig sind, funktionieren sie nicht und ich verliere den Kampf. Qualitativ hochwertig heißt an dieser Stelle vor allem effektiv. Ein harter Tritt zwischen die Beine ist auch qualitativ hochwertig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in Gürtelprüfungen gibt es immer mehr Situationen, in denen der Prüfling improvisieren muss. Ein Beispiel hier sind die Weiterführungstechniken im Dan-Bereich. Der Prüfer nennt dem Prüfling zum zweiten Dan eine Ju-Jutsu-Technik (einen Hebel oder Wurf) und dieser muss spontan (Unmittelbarkeit) eine passende Kombination finden, die einem 2. Dan angemessen ist (qualitativer Anspruch). Das ist noch leicht. Jetzt wird jedoch die Technik gestört. Und zwar, unter Umständen, auf eine Art und Weise, die dem Prüfling völlig neu ist. Jetzt muss der Prüfling wieder ohne nachzudenken (Unmittelbarkeit) die Technik so weiterführen, dass die Energie des Partners möglichst optimal genutzt wird (qualitativer Anspruch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Theatersport wird die Kunst der Improvisation schauspielerisch auf die Spitze getrieben. Bei diesen Veranstaltungen treten zwei Teams in Spielen gegeneinander an und improvisieren um die Wette. Der qualitative Anspruch zeigt sich hier darin, wie kreativ und witzig die Schauspieler reagieren. Und dem Publikum ist oft nicht klar, wie viel Arbeit hinter diesen lockeren Sprüchen steckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden möchte ich einige Improvisationsübungen beschreiben, die man so im Ju-Jutsu zur Gürtelprüfung verwenden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Gruppenbefehle'''&lt;br /&gt;
Bei diesem lockeren Aufwärmspiel laufen alle Teilnehmer durcheinander. Auf ein Signal des Trainers hin, müssen nun alle blitzschnell eine bestimmte Aktion ausführen. Eine bekannte Version dieses Spiels ist 'Feuer, Wasser, Erde, Luft'. Hierbei müssen sich zum Beispiel alle beim Wort Feuer schnell im Kreis drehen um die Flammen zu löschen, beim Wort Wasser schnell auf eine blaue Matte stellen, beim Wort Erde flach auf den Bauch legen und beim Wort Luft auf eine der Bänke stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spiel wird jedoch schwerer je ähnlicher die Signale sind. Zum Beispiel bedeutet einmal klatschen vom Trainer, einfrieren, zweimal klatschen vom Trainer, auf den Boden legen und einmal klatschen vom Co-Trainer auf den Boden sitzen. Natürlich kann man dieses Spiel auch direkt mit Ju-Jutsu-Techniken (z.B. Fallschule) verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Reaktionsspiel zu zweit'''&lt;br /&gt;
Immer zwei Teilnehmer stehen sich gegenüber. Die beiden machen Schere-Stein-Papier und der Gewinner führt eine bestimmte Aktion aus (z.B. fangen), auf die der andere reagieren muss (z.B. wegrennen). In einer gesteigerten Version hat der Gewinner immer aus drei möglichen Aktionen die Auswahl (z.B. fangen, wegrennen, einfrieren) und der andere muss adäquat reagieren (z.B. wegrennen, fangen, einfrieren). Reagiert er falsch oder nicht schnell genug, bekommt der Gewinner den Punkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Welche Kombination?'''&lt;br /&gt;
Eine Gruppe von Prüflingen beschäftigt sich intensiv mit fünf (komplexen) Kombinationen mit unterschiedlichen Angriffen. Am Ende der Stunde werden die Prüflinge in zwei Gruppen eingeteilt: die Geraden und die Ungeraden. Die Geraden verteilen nun die Zahlen 2, 4, 6, 8 und 10 auf die fünf Angriffe und die Ungeraden die Zahlen 1, 3, 5, 7 und 9, jeweils ohne, dass die andere Gruppe die Aufteilung mitbekommt. Nun stellen sich immer zwei Prüflinge, ein Gerader und ein Ungerader, in Verteidigungsposition gegenüber. Auf das Kommando des Trainers zeigen nun beide mit ihrer Führungshand eine Zahl zwischen 0 und 5. Beide Zahlen werden schnell zusammengezählt und das Paar macht eine der folgenden drei Aktionen: bei 0 machen beide 5 Liegestütze, bei 1, 3, 5, 7 und 9 greift der Ungerade mit dem entsprechenden Angriff an und der Gerade muss ich mit der geübten Kombination verteidigen und bei 2, 4, 6, 8 und 10 das Ganze umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Weiterführungskette-Kette'''&lt;br /&gt;
Die Weiterführungskette ist eine lockere Übung zum Einstieg in die freie (nicht abgesprochene) Weiterführung. Sie ist dem Konter gegen Konter, welcher bis 2007 zum vierten und fünften Dan (auf sehr hohem Niveau) abgeprüft wurde, sehr ähnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Ju-Jutsu-Ka beginnt und macht in einer Kombination eine Hebeltechnik im Stand. Der andere verhindert die Technik und friert ein. Der erste Ju-Jutsu-Ka analysiert nun (anfangs in Ruhe, später immer schneller) die Situation: Wie stehe ich da? Wie steht mein Partner? Wohin geht seine Kraft? Was kann ich gut angreifen? Danach entscheidet er sich für eine neue, möglichst günstige Technik und sagt diese laut, bevor er die Technik durchführt. Der Partner erwacht aus seiner Starre und verhindert auch die neue Technik und das Spiel beginnt von vorn. Die fünfte Technik wird nicht mehr verhindert. Danach werden die Rollen getauscht. Dieses Vorgehen entspricht dem Dreischritt im Theater (wahrnehmen, bewerten, handeln) nach Konstantin Stanislawski.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tipps und Tricks zur Prüfung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie oben bereits beschrieben, ähneln sich Prüfungen und Theateraufführungen in vielen Punkten. Hier noch ein paar Tipps und Tricks, wie man sowohl das eine als auch das andere souverän überstehen kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Lerne deinen Text'''&lt;br /&gt;
Das klingt banal, ist aber wichtig. Kaum eine andere Sache kann einen auf der Bühne so sehr aus der Bahn werfen, wie ein Texthänger. Es entsteht eine Pause. Das Publikum merkt, dass etwas nicht stimmt. Der Spielpartner schaut einen drängend an und flüstert ein Stichwort, dass man aber beim ersten Mal nicht versteht. Man fällt aus der Rolle, aus der Szene, aus dem Stück. Und das schlimmste: selbst wenn man dann den Text wieder weiß, ist man so aufgeregt, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Texthängers ziemlich groß ist. So manch ein Laiendarsteller ist nach so einem Patzer nie wieder auf der Bühne gestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Ju-Jutsu Prüfungen gibt es Text. Und je sicherer ich diesen gelernt habe, umso geringer ist die Gefahr ihn in der Prüfung zu vergessen. Was ist Text im Ju-Jutsu? Ein Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Prüfer:		Zeige mir bitte eine Abwehrtechnik mit der Hand&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;Prüfling:	Ich zeige einen Handkantenblock. Angriff ist ein Schwinger rechts zum Kopf.&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sätze kann man auswendig lernen und üben. Das hat zwei Vorteile: erstens macht man immer klare Ansagen in der Prüfung und zweitens bekommt man eine Sicherheit im Auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier noch eine kleine Übung zum Text lernen: ähnlich wie bei der oben benannten Assoziationskette bekommen die Prüflinge eine Aufgabe und sollen währenddessen ihren Text sprechen. Die Übung sollte eine Dauerschleife sein, wie z.B. der 3er-Kontakt oder eine Stockschlagabfolge aus dem Eskrima. Kann ein Prüfling seinen Text unter dieser Bedingung fehlerfrei aufsagen, wird er ihn auch in der Prüfung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sei präsent'''&lt;br /&gt;
Wer sich schon öfter Theaterstücke von Laiendarstellern angesehen hat, weiß, dass es immer Darsteller gibt, an die man sich danach noch erinnert und andere, die man sofort wieder vergisst. Das liegt daran, dass die einen den Bühnenraum mit ihrer Präsenz füllen und die anderen fast unsichtbar bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bühnenpräsenz kann man üben. Eine leichte Übung (die man allerdings regelmäßig wiederholen muss) sei hier kurz erklärt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man steht mit beiden Füßen fest auf dem Boden, die Knie sind leicht angewinkelt. Nun betrachtet man als erstes seine rechte Hand und stellt sich vor, sie strahle helles Licht und Hitze aus. Wenn das klappt, nimmt man die linke Hand hinzu und sieht beide Hände leuchten. Dann kommen die Unterarme dazu, die Ellenbogen, Oberarme, Schultern und so weiter, bis der ganze Körper Licht und Hitze ausstrahlt. Und wenn das gut klappt, versucht man sich möglichst normal durch den Raum zu bewegen, ohne das Gefühl des Ausstrahlens zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sprich klar und deutlich'''&lt;br /&gt;
Dies fällt umso leichter, je besser man seinen Text kann. Klare Aussagen hinterlassen bei Prüfern einen guten Eindruck. Er hat das Gefühl, du weißt, wovon du sprichst, du weißt, was du kannst und du hast Lust dies zu präsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Prüfungen zählt neben den Techniken auch immer der Gesamteindruck und den kann man mit diesem und anderen einfachen Mitteln verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Freunde dich mit dem Scheitern an'''&lt;br /&gt;
Als Schauspieler scheitert man. Immer wieder. Man verpatzt die Szene, bekommt die gewünschte Rolle nicht, stolpert auf der Bühne, vergisst seinen Text, usw. Das passiert und dann gibt es nur eine Regel: Weitermachen! Verloren hat nur, wer aufgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir einmal die Frage: Was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn ich heute versage? Bei einer Prüfung – ich muss die Prüfung noch einmal wiederholen, ich werde von den Trainingskollegen blöd angeschaut, ich blamiere mich vor den Prüfern, ich traue mich nicht mehr ins Training und höre mit dem Ju-Jutsu auf, … Was ist das Schlimmste, das passieren könnte? Beantworte dir diese Frage und setze dich mit der Situation auseinander – dann habe ich meinen Blaugurt eben erst in einem halben Jahr, andere brauchen x Jahre bis sie ihren Blaugurt machen, dann werde ich eben blöd angeschaut – denen werde ich es zeigen, wenn ich in einem halben Jahr meinen Blaugurt habe, …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Schritt ist, sich mit dem Scheitern anzufreunden – dann verliert es seinen Schrecken – und dann kann man alles dafür tun, um es zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Finde deinen Kraftquelle'''&lt;br /&gt;
Lampenfieber gehört dazu. Wer vor einer Premiere (und eine Prüfung ist immer eine Premiere – erst recht dann, wenn man sie wiederholt) nicht wenigstens ein bisschen aufgeregt ist, wird wahrscheinlich beim Auftritt auch nicht alles geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird das Lampenfieber jedoch zu stark, muss man einen Weg finden, damit umzugehen und eine Möglichkeit, dies zu tun, will ich kurz beschreiben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Mensch hat Kraftquellen: enge Freunde, Familienangehörige, Musik, Lieblingsorte, Heilsteine, Krafttiere, Schutzengel, Erbstücke, Fotos, usw. Finde für dich heraus, welche Quelle für dich in schweren Zeiten am kraftvollsten ist und nimm sie zu deiner Prüfung mit. Natürlich kann man die Alpen nicht mit ins Dojo nehmen, aber vielleicht ein Foto vom letzten Urlaub dort und vielleicht ist die geliebte Oma letztes Jahr verstorben, aber stell dir trotzdem vor, sie säße im Publikum und sieht dir zu. Trau dich, deine ganz persönliche Kraftquelle herauszufinden und in Prüfungssituationen anzuzapfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Duo-Wettkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Duo-Wettkampf nutzt bereits einige Elemente aus dem Theater (speziell aus dem Bereich des Bühnenkampfes), sodass ich diese hier nur kurz benennen möchte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Gegenbewegung'''&lt;br /&gt;
Damit man einen starken Schlag auf der Bühne darstellen kann, braucht man die passende Gegenbewegung. Diese kann entweder ein Ausholen oder ein Zurückziehen sein. Da ersteres im echten Kampf oft wenig sinnvoll ist, wird im Duo-Wettkampf vor allem letzteres eingesetzt. Ein Beispiel ist der Ellenbogenstoß seitwärts. Nach der Technik zieht der Stoßende den Arm weit zurück, um so die Technik hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Reaktion des Partners'''&lt;br /&gt;
Angreifer und Verteidiger sind ein Team, sowohl beim Bühnenkampf als auch im Duo-Wettkampf. Damit die Technik des Verteidigers toll aussieht, muss der Verteidiger groß reagieren. Ein klassisches Beispiel ist der Kipphandhebel. Macht der Angreifer einen freien Fall, wirkt der Hebel viel dynamischer als wenn er sich nur seitlich weg rollt. Ein anderes Beispiel ist der Seitstreckhebel. Klopft der Partner gelangweilt ab, wirkt der Hebel lahm, hebt er jedoch die Hüfte (vor gespieltem Schmerz) hoch und klopft laut und kraftvoll ab, wirkt der Hebel effektiv und beeindruckend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Timing'''&lt;br /&gt;
Timing ist das A und O. Reagiert einer der beiden zu früh oder zu spät, wirkt die ganze Szene unecht. Auch wenn ich also weiß, dass mein Partner gleich einen Schwinger rechts zum Kopf macht, darf ich meinen Block erst setzen, wenn der Schlag (fürs Publikum) erkennbar ist.&lt;br /&gt;
Groß darstellen und Akzente setzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Bühne erkennt man nur, was groß und deutlich herausgestellt wird. Eine kleine Handbewegung geht möglicherweise unter, außer man lenkt bewusst die Aufmerksamkeit des Publikums darauf. Für den Duo-Wettkampf bedeutet das zum einen, dass eine Technik immer mit dem ganzen Körper ausgeführt wird (einen Wurf beispielsweise bis zum Ende durchwerfen und die Bewegungen groß darstellen) und zum anderen, dass bestimmte, wichtige Techniken durch minimale Verzögerungen hervorgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Körperspannung'''&lt;br /&gt;
Beim Bühnenkampf wie im Duo-Wettkampf (aber natürlich auch z.B. bei Prüfungen) benötigen die Darsteller eine große Körperspannung, Dynamik und Kontrolle. Nur dann können Sequenzen schnell und beeindruckend dargestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Synchronität'''&lt;br /&gt;
Die Gleichzeitigkeit ist ein stilistisches Mittel im Theater, die im Duo-Wettkampf, aber auch bei Katas zur Anwendung kommt und den gezeigten Techniken einen Rahmen geben. So stehen (oder hüpfen) anfangs beide Partner in der exakt gleichen Verteidigungsposition und stehen am Ende gleich schnell auf um gemeinsam mit einem Kiai wieder dort zu enden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in Selbstverteidigungskursen|Theater in Selbstverteidigungskursen]]&lt;br /&gt;
# Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung|Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung|Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Fazit|Fazit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_in_Selbstverteidigungskursen&amp;diff=1978</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Theater in Selbstverteidigungskursen</title>
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				<updated>2015-09-24T07:58:51Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Sowohl die Frauen-Selbstverteidigung als auch die Kinder- und Jugendselbstverteidigung arbeiten mit dem sogenannten (umgekehrten) Ampelsystem: grün für Prävention, gelb für Selbstbehauptung und rot für Selbstverteidigung als letzte Alternative.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassischen Ju-Jutsu-Techniken finden sich dabei nur im letzten, roten Teil wieder. In dem Teil, den es im Grunde immer zu vermeiden gilt. In den Bereichen Prävention und Selbstbehauptung bedienen sich beide Programme anderer Einflüsse. Viele davon kommen aus dem Bereich des Theaters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rollenspiele ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rollenspiele im Selbstverteidigungskurs sollen den Teilnehmer(innen) in einem geschützten Rahmen helfen, sich mit bestimmten bedrohlichen Situationen sowohl gedanklich als auch körperlich auseinanderzusetzen. Hierzu gibt es zwei Methoden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methode 1 – Die Teilnehmer(innen) spielen selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer(innen) werden in irgendeiner Form von einem Bad Guy belästigt, bedroht oder angegriffen. Den Bad Guy spielt dabei wahlweise der Kursleiter oder ein anderer Teilnehmer. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man beim 'Opfer' ein hohes Stresslevel erzeugen kann und somit verhältnismäßig realitätsnah üben wird. Der Nachteil (gerade in Frauen-Selbstverteidigungskursen aber auch sonst) ist, dass die gespielten Situationen in Teilnehmer(innen) alte Traumata aufreißen können, von denen sie unter Umständen zuvor nichts gewusst haben oder die sie dem Kursleiter bewusst verschwiegen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methode 2 – Die Teilnehmer(innen) schauen zu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Möglichkeit bietet das Forum-Theater. Hier spielen zwei Schauspieler(innen) eine mögliche Eskalations-Szene. Die Szene beginnt beginnt harmlos und schaukelt sich hoch bis zum physischen Angriff. Die Zuschauer(innen) schauen sich die Szene an und dürfen dann Vorschläge machen, wie sich das 'Opfer' an bestimmten Punkten hätte anders verhalten können. Die Schauspieler(innen) nehmen die Vorschläge auf und improvisieren die Szene weiter. So können die Zuschauer sehen, ob ihr Vorschlag sinnvoll war oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorteile dieser Methode des Rollenspiels sind, dass eine Szene sehr genau analysiert werden kann und dass die Teilnehmer(innen) aus einer sicheren Distanz zuschauen können und nicht persönlich angegriffen werden. Der Nachteil ergibt sich daraus aber direkt: die Zuschauer(innen) erleben den Angriff nicht am eigenen Leib. Außerdem erfordert diese Methode eine große Vorarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dritte Möglichkeit wäre beide Methoden zu verbinden. Die Schauspieler(innen) spielen zuerst eine Szene mit allen Vorschlägen durch. Danach verlässt der Darsteller, welcher das 'Opfer' spielte, die Bühne und ein Teilnehmer / eine Teilnehmerin nimmt seinen Platz ein. Hier ist es möglich die Situation zuerst zu analysieren und danach auch selbst in die Situation einzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tipps und Anregungen zum Rollenspiel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Methode 1: Die Teilnehmer spielen selbst'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Der Raum'''&lt;br /&gt;
Nutze alles was dir zur Verfügung steht um den Raum, in dem das Rollenspiel statt findet, möglichst detailliert zu gestalten. Wo sind die Grenzen des Raumes? Wo kann man sitzen? Gibt es einen Tisch? Liegt auf dem Boden (auf dem Tisch, …) etwas herum, was man vielleicht als Waffe verwenden kann? Wo sind Türen, Ausgänge, sichere Häfen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Licht und Dunkelheit'''&lt;br /&gt;
Versuche mit verschiedenen Lichtquellen eine möglichst realistische Atmosphäre zu schaffen. Bin ich im dunklen Park? Gibt es Straßenlampen? Findet die Situation am Tag oder bei Nacht statt? Dunkelheit stresst, aber sie macht das Licht zur Waffe gegen Angreifer. So kann ich mein Gegenüber mit einer Taschenlampe blenden und mir so Zeit verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Der Bad Guy'''&lt;br /&gt;
Jeder im Ju-Jutsu weiß: nur, wenn mein Partner mich realistisch angreift, kann ich mich entsprechend verteidigen. Dasselbe gilt für Rollenspiele. Daher lohnt es sich, sich mit dem Bad Guy intensiver auseinander zu setzen und diesen richtig zu üben. Es empfiehlt sich nur dann, den Bad Guy von einem Teilnehmer spielen zu lassen, wenn man überzeugt davon ist, dass dieser die Rolle auch verkörpern kann (siehe Kapitel [[#Die Bad-Guy-Ausbildung in der AG-Selbstverteidigung|Die Bad-Guy-Ausbildung in der AG-Selbstverteidigung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Kleider machen Leute…''' &lt;br /&gt;
…und erschweren unter Umständen die Selbstverteidigung. Warum nicht einmal eine Szene im engen Partykleid durchspielen? Oder im Anzug? Mit Stöckelschuhen oder in Badeschlappen? Das Kostüm hilft vielen Laiendarstellern sehr, in ihre Rollen zu finden und kann – übertragen auf die Frauen-Selbstverteidigung – zu mehr Realitätsnähe führen oder aber dem ganzen einen verspielteren Charakter geben (zum Lockern der Atmosphäre). Hierfür kann der Trainer einen Kostümkoffer mitbringen, der ein paar charakteristische Kostüme beinhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Wahrnehmung und Beweglichkeit'''&lt;br /&gt;
Mit Hilfe von verschiedenen Brillen oder bestimmten Anzügen kann die Wahrnehmung bzw. die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt werden. Man kann die Teilnehmer(innen) aber auch durch schnelles Drehen aus dem Gleichgewicht bringen, sie durch laute Musik oder eine Flut von Beschimpfungen stressen oder sie vor der Übung körperlich auspowern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das geeignete Mittel'''&lt;br /&gt;
Es kann Spaß machen, die Szenarien bis ins kleinste Detail zu planen. Mit Requisiten, Licht, Kostümen, etc. zu arbeiten. Man muss allerdings immer einen Blick auf die Gruppe haben und entscheiden, was Sinn macht und was nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Feedback und Zuschauer'''&lt;br /&gt;
Meiner Erfahrung nach kann es sehr fruchtbar sein, wenn die anderen Gruppenteilnehmer(innen) sich die Szenen ansehen und dem 'Opfer' danach ein Feedback geben. Gegebenenfalls darf derselbe dann die gleiche Szene noch einmal spielen und versuchen, das Gehörte umzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Methode 2: Die Teilnehmer schauen zu'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Szenen einstudieren'''&lt;br /&gt;
Die Ausgangsszenen müssen bei dieser Methode sehr genau ausgearbeitet sein. Sie müssen alle Phasen des umgekehrten Ampelsystems durchlaufen, sodass die Zuschauer an allen Punkten einhaken können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Vorschläge vorweg nehmen'''&lt;br /&gt;
Auch wenn bei dieser Methode die Zuschauer Spiel- bzw. Lösungsvorschläge machen dürfen, sollte es für die Schauspieler keine (bzw. so wenig wie möglich) Überraschungen geben. Das heißt, dass jede Szene bereits im Vorfeld sehr genau analysiert und abgeklopft sein muss. Alle möglichen Szenenverläufe sollten von den Schauspielern geprobt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Regie'''&lt;br /&gt;
Die Szenen sollten von einem Regisseur inszeniert werden, der selbst nicht mitspielt. Der Blick von außen ist bei dieser Methode unerlässlich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Moderation und Schauspieler'''&lt;br /&gt;
Neben den 2-3 Darsteller(innen) sollte es immer noch einen Moderator / eine Moderatorin geben (z.B. der Regisseur). In Selbstverteidigungskursen sollte dies der Trainer sein. Die Darsteller können Ju-Jutsu-Ka aus dem Verein sein oder (besser) ausgebildete Schauspieler. Es gibt auch immer wieder Gruppen, die mit derartigen 'Stücken' auf Tour gehen und die man buchen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bad-Guy-Ausbildung in der AG-Selbstverteidigung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== How to be a bad guy ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AG-Selbstverteidigung setzt sich mit allem rund um das Thema 'Reale Gewalt' auseinander und wurde 2010 im DJJV gegründet um das Selbstverteidigungstraining im Ju-Jutsu und Jiu-Jitsu zu verbessern. Im Zuge dessen fanden seit der Gründung schon zwei Lehrgänge zum Thema „How to be a good bad guy“ statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Leitung des Theaterpädagogen Peter Schmuttermaier wurden in diesen Lehrgängen interessierte Ju-Jutsu-Ka im 'Böse-Sein' trainiert. Durch diese Einheiten haben sich, laut Carsten Zimmermann, die Szenarientrainingseinheiten qualitativ verbessert und die Bad-Guys sind glaubwürdiger geworden. „Der Blick muss sich verändern, wenn man angreift. Man muss merken, dass der Angreifer es wirklich ernst meint.“, meinte der Leiter der AG-Selbstverteidigung zu mir, im Gespräch über die Schauspiel-Schulung der Bad-Guys. Auch war er der Meinung, dass möglichst viele Vereinstrainer einmal eine solche Schulung durchlaufen sollten, um im eigenen Verein den Selbstver-teidigungsaspekt des Ju-Jutsus realistischer vermitteln zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen aus der Bad-Guy-Ausbildung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Schmuttermaier war so freundlich mir zwei seiner Übungen, mit denen er die in seiner Bad-Guy-Ausbildung gearbeitet hat, zu verraten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Der Beschützer'''&lt;br /&gt;
Jeder Teilnehmer sucht sich irgendeine Person im Raum, die es zu schützen gilt und eine andere, die einen &amp;quot;Bösen&amp;quot; darstellt. Die Auswahl bleibt geheim. Ziel für jeden ist es, immer zwischen dem Bösen und der zu beschützenden Person zu stehen – man muss also immer zwei Personen im Blick haben. Da jeder Teilnehmer andere Leute ausgewählt hat, entsteht in dieser Übung viel Dynamik, sodass sie sich auch gut als Aufwärmspiel eignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fünf Stufen - Teil I: Tempi'''&lt;br /&gt;
Alle Teilnehmer laufen kreuz und quer durch den Raum. Nun werden fünf gemeinsame Tempi etabliert und jeweils mit einem Bild versehen. Zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Ihr schlendert gemütlich durch den Park.&lt;br /&gt;
# Ihr geht normal aber ohne zu trödeln durch die Stadt &lt;br /&gt;
# Ihr geht zügig zum Ju-Jutsu-Training, denn ihr wollt nicht zu spät kommen und Liegestützen machen müssen.&lt;br /&gt;
# Ihr habt gleich einen wichtigen Termin und seit schon etwas knapp dran.&lt;br /&gt;
# Ihr müsst dringend auf den Bus und dieser fährt in zwei Minuten ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist dabei, dass die ganze Gruppe immer in etwa gleich schnell ist. Der Trainer sagt nun immer eine Zahl zwischen 1 und 5 und die Gruppe nimmt das entsprechende Tempo an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fünf Stufen - Teil II: Aggressionszustände'''&lt;br /&gt;
Im zweiten Teil dieser Übung wird das gelernte auf Aggressionszustände übertragen. Auch hier wird jede Zahl wieder mit einem inneren Bild verknüpft. Zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Ihr seid genervt, weil heute im Job einfach alles anstrengend und ätzend war&lt;br /&gt;
# Ihr seid ärgerlich, weil der Busfahrer euch gesehen hat, aber trotzdem losgefahren ist&lt;br /&gt;
# Ihr seid wütend, weil euer Chef euch nach einer langen, anstrengenden Grippe unterstellt, ihr hättet blau gemacht, und euch vor der ganzen Firma öffentlich 'zur Sau' macht. &lt;br /&gt;
# Ihr seid stinksauer, weil man euch den Rucksack geklaut hat, in dem Tickets fürs Fußball-WM-Finale waren.&lt;br /&gt;
# Ihr rastet völlig aus, weil ihr seht wie ein Typ mit seinem Einkaufswagen absichtlich gegen euren drei Tage alten Porsche kracht und diesen damit völlig verbeult und zerkratzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Aggressionszuständen ist es natürlich viel individueller was jeden Einzelnen in Rage versetzt und unter Umständen muss man dann das Bild für sich dann so umbauen, dass es passend ist. Dann werden aus den Fußball-WM-Tickets vielleicht Eintrittskarten zum ABBA-Konzert und aus dem Porsche eine neue Spiegelreflexkamera mit Zubehör.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder ruft der Trainer nun eine Zahl und die Teilnehmer versuchen direkt über ihr inneres Bild in den Grad der Aggression einzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körpersprache ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen schlechten Regisseur erkennt man manchmal daran, dass die Schauspieler auf der Bühne sogenanntes Steh-und-Sprech-Theater aufführen. Wie der Name schon sagt, stehen die Darsteller auf der Bühne herum und sagen brav ihren Text auf. Wenn man Pech hat, passiert dies auch noch in monotoner Art und Weise. Was fehlt ist der stimmliche und körperliche Ausdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer Studie des Amerikaners Albert Mehrabian macht der Inhalt eines Wortes weniger als 10% des Gesamteindrucks aus. Viel wichtiger als das, was man sagt, ist die Art, wie man es sagt: der Tonfall, die Emotion und die Lautstärke machen bereits über 30% des Gesamteindruckes aus. Am entscheidendsten in der Kommunikation ist laut Mehrabian jedoch die Körpersprache, das heißt Haltung, Mimik und Gestik, mit über 50% des Gesamteindruckes. Im Idealfall bilden alle drei Elemente eine Einheit und senden dieselbe Botschaft. Ist dies der Fall sprechen wir davon, dass ein Darsteller, ein Politiker oder ein Ju-Jutsu-Trainer authentisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Haltung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die optimale Körperhaltung in der gelben Phase, also der Selbstbehauptungsphase, ist aufrecht, selbstbewusst und möglichst entspannt. Ziel dieser Phase ist in den meisten Fällen die Deeskalation. Und da in der Kommunikation Sender und Empfänger sich in ihren Bewegungsmustern häufig angleichen, kann eine entspannte Haltung auch zur Entspannung des Gegenübers und somit der ganzen Situation führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu vermeiden dagegen ist an dieser Stelle die sogenannte 'Opferhaltung'. Sie zeichnet sich durch Anspannungen in Schultern, Händen und Gesichtsmuskulatur, durch einen gesenkten Blick und eine gebeugte Haltung sowie durch hektische Bewegungen und nervöse Handlungen (Fingernägelkauen, mit den Haaren spielen, Finger verknoten, etc.) aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Mimik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genau wie der restliche Körper sollte auch das Gesicht möglichst entspannt sein. Vor allem die Kiefermuskulatur neigt zu großer Anspannung. Ist man sich dessen bewusst, kann man im Zweifelsfall darauf achten und versuchen, den Kiefer aktiv zu entspannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Rolle spielt an dieser Stelle der Blick. Die Augen senden ununterbrochen nonverbale Signale aus, die das Gegenüber empfängt und unterbewusst auswertet. Der Blick sollte ruhig (nicht starr) und offen sein. In Stresssituationen neigt man zum sogenannten Tunnelblick – man starrt den Gegner an und bekommt nicht mehr mit, was sonst um einen herum geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Situationen, welche zu eskalieren drohen, gilt es abzuspüren, wie viel Blickkontakt sinnvoll ist. Ein ununterbrochenes Anstarren kann provozierend wirken – ein demonstratives Wegsehen desinteressiert. Zudem sollte in kritischen Situationen auch die Umgebung unauffällig wahrgenommen und auf mögliche weitere Gefahrenquellen oder Fluchtmöglichkeiten analysiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Gestik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wildes Gestikulieren ist nur dann sinnvoll, wenn das Ziel nicht die Deeskalation sondern die Einschüchterung des Gegenübers ist. Generell gilt aber, dass die Hände nicht in den Hosentaschen stecken, sondern sich in Höhe des Oberkörpers befinden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen zur Körpersprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Give and take'''&lt;br /&gt;
Zwei Partner stehen sich gegenüber. Der eine Partner beginnt und macht eine große Bewegung in der möglichst der ganze Körper involviert ist. Ist die Bewegung beendet steht er neutral da. Dann macht der zweite Partner eine große Bewegung, mit der er auf die erste Bewegung reagiert. Danach ist wieder der erste an der Reihe. So entsteht ein Gespräch ohne Worte, dafür mit jeder Menge Körpersprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Standbilder'''&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer bauen zusammen Standbilder zu verschiedenen Themen, zum Beispiel Ohnmacht, Schuld, Wut, Hass, Freude, Sieg, Superhelden. Dafür stellen sich alle Teilnehmer/innen auf eine Linie. Nun darf eine Person nach der anderen auf die Bühne gehen und sich zum jeweiligen Thema positionieren. Hat man eine Haltung gefunden, darf man sich nicht mehr bewegen, bis das Standbild aufgelöst wird. Der Kursleiter kann die Standbilder auch fotografieren, sodass danach alle das Ergebnis sehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Emotionen darstellen'''&lt;br /&gt;
Ein Teilnehmer bekommt eine Neutralmaske und soll nun ohne Sprache und ohne Mimik eine bestimmte, vom Kursleiter vorgegebene Emotion darstellen. Die anderen Teilnehmer/innen dürfen raten, um welche Emotion es sich handelt. Wer die Emotion errät darf als nächster auf die Bühne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Stopp (1)'''&lt;br /&gt;
Zwei Partner stellen sich mit einigem Abstand gegenüber. Der eine Partner geht nun langsam auf den anderen Partner zu, bis dieser ihm mit einer starken Bewegung (aber ohne Sprache) zu verstehen gibt, dass er anhalten soll. Nach drei Gängen wird gewechselt. Diese Spiel lässt sich reduzieren auf die Mimik und sogar auf den Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Graue Maus vs. Superheld'''&lt;br /&gt;
Der Kursleiter etabliert zwei Figuren. Zum einen die graue Maus (Schultern hochgezogen, Blick gesenkt, eingeschüchtert, Arme verschränkt, flacher Atem) und zum anderen den Superhelden (aufrecht, stark, Brust raus, Schultern zurück, erhobenes Haupt, freundlich, tiefer, freier Atem). Nachdem beide Figuren eingeführt wurden, beginnen alle als graue Mäuse und gehen ängstlich durcheinander. Der Kursleiter geht nun durch die Teilnehmer/innen hindurch und tippt nach und nach jedem auf die Schulter. Wer an der Schulter angetippt wurde, verwandelt sich schlagartig vom grauen Mäuschen in den Superhelden und geht als solcher umher, bis alle verwandelt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einsatz der Stimme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Einsatz der Stimme kommt es darauf an, welches Ziel man in der Selbstbehauptungs-phase verfolgt. Will man deeskalierend wirken, sollte die Stimme ruhig und sicher sein, will man den Gegner einschüchtern, sollte sie laut und kräftig sein. Im Folgenden will ich darauf eingehen, wie Bewegung, Atem und Stimme zusammenwirken, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Atem ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Stresssituationen kann es vorkommen, dass einem buchstäblich 'die Luft wegbleibt'. Man erschrickt, schnappt nach Luft und hält diese fest, statt sie wieder auszuatmen. Da die Lungen nun gefüllt sind, kann man auch nicht mehr einatmen und der gesamte Atemfluss kommt ins Stocken.&lt;br /&gt;
Stellt man dies bei sich fest, ist es wichtig bewusst auszuatmen. Nur wenn der Atemfluss intakt ist, kann man seine Stimme so verwenden, wie es die Situation verlangt. Außerdem entspannt sich automatisch der ganze Körper, wenn die Atemluft wieder fließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kraftvolle Sprache benötigt einen tiefen Atem und einen natürlich tiefen Atem bekommt man durch Bewegung. Entsprechend empfiehlt es sich, sich vor Sprachübungen, genau wie für ein Ju-Jutsu-Training, gut aufzuwärmen. Durch die Bewegung kommt der Blutkreislauf in Schwung, der Atem wird tiefer und der Muskeltonus wird arbeitsoptimiert. Dabei ist zu beachten, dass man nicht 'außer Atem kommt', sondern die Luft weiter ruhig in den Bauch strömen lässt. In der Sprache wie im Ju-Jutsu kommt die Kraft aus dem Zentrum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Stimme ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Mensch besitzt seine ganz eigene, natürliche Stimm-Interferenz-Lage, in der die Stimme besonders kraftvoll und authentisch ist. Diese kann man bei sich selbst durch einen einfachen Test herausfinden: man stellt sich ein sehr langweiliges Telefongespräch vor und sagt immer 'Mhm... mhm...'. In dieser entspannten (gelangweilten) Haltung nimmt die Stimme automatisch die eigene Interferenz-Lage ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alltag und gerade in Stresssituationen rutscht die Stimme häufig 'hoch' oder bleibt einem 'im Hals stecken'. Dadurch wirkt die Sprache unsicher und unglaubhaft. Oftmals hat man sich auch eine 'zu hohe' oder gequetschte Art zu sprechen angewöhnt und nutzt nur einen Bruchteil des möglichen Stimmvolumens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um zu verstehen, was der Stimme Kraft gibt ohne sie anzustrengen oder zu überlasten, ist es wichtig, sich die Bedeutung der Konsonanten beim Sprechen bewusst zu machen. In der Stimmbildung von Sprechern und Schauspielern wird besonderen Wert auf das korrekte Bilden der Konsonanten gelegt, da diese der Sprache den Rahmen geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Schrei ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schrei ist gebündelte Energie. Man benötigt für einen lauten, kraftvollen Schrei, mit dem man etwas bewirken kann, genauso den ganzen Körper, wie für einen harten Schlag oder Stoß. Zu beachten ist dabei Folgendes: die Füße brauchen einen satten Kontakt zum Boden, der Schwerpunkt ist leicht abgesenkt, die Beine sind angespannt, der Oberkörpers ist in Arbeitsbereitschaft, die Energie kommt aus dem Unterbauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein kraftvoller Schrei kann einen Gegner einschüchtern oder überraschen, er unterstützt Atemi-Techniken, baut negative Energien ab und gibt einem selbst ein Gefühl von Stärke und Kampfeswillen – allerdings nur, wenn man dabei keine Unsicherheit verspürt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem heutzutage ist, dass man normalerweise nicht mehr schreit. Und schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Das Schreien wird dem Kind abgewöhnt und der Erwachsene muss es wieder neu erlernen. Es empfiehlt sich, dies erst einmal im geschützten Rahmen oder noch besser allein auszuprobieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen zum Einsatz der Stimme mit Erwachsenen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ho ho ho'''&lt;br /&gt;
Zwei Partner stehen sich gegenüber und legen die Handflächen aneinander. Beide senken den Schwerpunkt leicht ab und strecken nun abwechselnd den rechten und linken Arm nach vorn, während der jeweils andere vom Partner nach hinten gedrückt wird. Bei jedem Strecken, rufen beide Partner ein tiefes 'Ho', bei dem sich die Bauchdecke anspannt. Mit der Zeit spürt man ein Brennen in der Magengegend. Die Übung weckt das 'Feuer' in einem und hilft, tief  und kräftig zu atmen. Man sollte die Übung nicht zu lange am Stück machen (Gefahr des Hyperventilierens).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''KLSFM'''&lt;br /&gt;
Diese Abfolge von Konsonanten unterstützen die Richtung der Sprache (von hinten nach vorn, von oben nach unten) durch ihren natürlichen Sitz im Mundraum. Zudem wird jeder Konsonant mit einer Bewegung und einem inneren Bild unterstützt.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|border=&amp;quot;1&amp;quot; style=&amp;quot;border-collapse:collapse&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;3&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| K&lt;br /&gt;
| Zunge, Gaumen&lt;br /&gt;
| Holzhacken mit einer schweren Axt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| L&lt;br /&gt;
| Zunge, Zahndamm (oben)&lt;br /&gt;
| Mit beiden Händen Farbe umrühren&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| S&lt;br /&gt;
| Zunge, Zahndamm (unten)&lt;br /&gt;
| Eine Hand schlängelt sich schnell nach vorn und imitiert eine Schlange&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| F&lt;br /&gt;
| Unterlippe, Schneidezähne&lt;br /&gt;
| Mit einem großen Besen nach vorne fegen &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| M&lt;br /&gt;
| Unterlippe, Oberlippe&lt;br /&gt;
| Vor dem Lieblingsessen mit beiden Händen das Tischtuch glattstreichen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Konsonanten werden ohne Vokal gesprochen (also nicht [ˈka] sondern nur [ˈk]). Für jeden Konsonant macht man einen Schritt nach vorn und senkt den Schwerpunkt etwas weiter ab. Man versucht alle Konsonanten am Stück zu sprechen, ohne zwischendurch Atem zu schöpfen. Nach dem M stellt man sich gerade hin, legt die Hand auf den Bauch und lässt die Luft passiv einströmen, ohne aktiv zu atmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Halt. Hebe hurtig…'''&lt;br /&gt;
In der ersten Phase der Übung stellen sich alle Teilnehmer in einen Kreis und legen jeweils die rechte Hand auf den Bauch. Gemeinsam wird folgendes gesprochen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			&amp;lt;blockquote&amp;gt;Ha ha ha… He he he… Hi hi hi… Ho ho ho… Hu hu hu…&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Bauchdecke bei jeder Silbe anspannt und wieder entspannt. &lt;br /&gt;
In einer zweiten Phase stehen sich zwei Partner mit größtmöglichem Abstand gegenüber, als hätten sie eine gut befahrene Straße zwischen sich, und rufen sich folgenden Text zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			&amp;lt;blockquote&amp;gt;Halt. Hebe hurtig&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;hohe Humpen.&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;Hole Heinrich hierher&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;hohe Halme.&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Sprechen ist darauf zu achten, dass der Satz Sinn macht und das Gegenüber wirklich  angesprochen wird. Der Sprecher geht dabei leicht in die Knie und senkt seinen Schwerpunkt ab.  Bevor der Sprecher den Text sagt, deutet er mit einer klaren zeigenden Bewegung auf seinen Ansprechpartner. Der Arm bleibt, während der gesamten Übung auf den Partner gerichtet. &lt;br /&gt;
Es kann damit experimentiert werden, ob man nach jedem Wort neu Luft holen darf oder ob man die ganze Übung mit einem Atem sprechen muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen zum Einsatz der Stimme mit Kindern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich können alle Kinderübungen auch mit Erwachsenen durchgeführt werden. Umgekehrt sind die Erwachsenenübungen für Kinder und Jugendliche ungeeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Locken'''&lt;br /&gt;
Einem Teilnehmer werden die Augen verbunden. Alle anderen bilden zwei Mannschaften und jede Mannschaft bestimmt einen Ort im Raum, zu dem sie den Teilnehmer mit den verbundenen Augen locken will. Das einzige Wort was den beiden Mannschaften zur Verfügung steht ist der Name der zu lockenden Person, den sie aber auf unterschiedlichste Art und Weise benutzen können: lockend, schmeichelnd, bestimmend, rufend, etc. Die Person mit den verbundenen Augen geht immer dahin, wo sie sich wohl fühlt und wo eine Person ihren Namen auf besonders ansprechende Art und Weise gesprochen hat. Das Spiel endet, wenn eine der Mannschaften ihr Ziel erreicht hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Der Cottbuser Postkutscher'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			&amp;lt;blockquote&amp;gt;Der Cottbuser Postkutscher&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;putzt den Cottbuser Postkutsch-Kasten&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;mit der Cottbuser Postkutsch-Kasten-Paste&lt;br /&gt;
			&amp;lt;br&amp;gt;blitzeblank.&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser relativ schwere Zungenbrecher trainiert beim Sprechen die deutliche Artikulation und genaue Gedankenführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Stopp (2)'''&lt;br /&gt;
Wie bei der Übung für Körpersprache stellen sich zwei Partner mit einigem Abstand gegenüber. Der eine Partner geht wieder langsam auf den anderen Partner zu, bis dieser ihm nun mit einem klaren und deutliche 'Stopp' zu verstehen gibt, dass er anhalten soll. Nach drei Gängen wird gewechselt. Die Teilnehmer sollen verschiedene Sprechvariationen austesten: laut sprechen, leise sprechen, wütend, fröhlich, ängstlich, etc. der Partner hält aber nur an, wenn bei ihm die Botschaft 'Halt jetzt an!' auch wirklich angekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
# Theater in Selbstverteidigungskursen&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen|Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung|Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung|Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung]]&lt;br /&gt;
# [[Ju-Jutsu meets Theater - Fazit|Fazit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Benutzer:Frieder_Knauss&amp;diff=1955</id>
		<title>Benutzer:Frieder Knauss</title>
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				<updated>2015-09-18T07:48:42Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Frieder_Knauss.JPG|right]]Theaterpädagoge BuT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schauspieler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Dan Ju-Jutsu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trainer B Ju-Jutsu – Breitensport&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trainer C Ju-Jutsu – Leistungssport&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kursleiter ‘Frauen-Selbstverteidigung’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kunst_&amp;amp;_Kampf.jpg|right]]Jugendwart des Ju-Jutsu Verbandes Württemberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landesprüfer des Ju-Jutsu Verbandes Württemberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 2013: Leiter der Kunst &amp;amp; Kampf-Schule in Kirchheim unter Teck [http://kunst-kampf.de/]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 - 2015: Erzieher im Waldkindergarten Kirchheim unter Teck&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 2011: freies Ensemblemitglied der Esslinger Erlebnisführungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2009 – 2013: Dozent für Bühnenkampf und Fechten an der Theater-Akademie-Stuttgart&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Datei:Kunst_%26_Kampf.jpg&amp;diff=1954</id>
		<title>Datei:Kunst &amp; Kampf.jpg</title>
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				<updated>2015-09-18T07:44:34Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Datei:Frieder_Knauss.JPG&amp;diff=1953</id>
		<title>Datei:Frieder Knauss.JPG</title>
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				<updated>2015-09-18T07:37:15Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: hat eine neue Version von „Datei:Frieder Knauss.JPG“ hochgeladen:&amp;amp;#32;Frieder Knauss&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Frieder Knauss&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Benutzer:Frieder_Knauss&amp;diff=1952</id>
		<title>Benutzer:Frieder Knauss</title>
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				<updated>2015-09-17T11:07:05Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: Die Seite wurde neu angelegt: „Theaterpädagoge BuT  Schauspieler     2. Dan Ju-Jutsu  Trainer B Ju-Jutsu – Breitensport  Trainer C Ju-Jutsu – Leistungssport  Kursleiter ‘Frauen-Selbstver…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Theaterpädagoge BuT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schauspieler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Dan Ju-Jutsu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trainer B Ju-Jutsu – Breitensport&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trainer C Ju-Jutsu – Leistungssport&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kursleiter ‘Frauen-Selbstverteidigung’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jugendwart des Ju-Jutsu Verbandes Württemberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landesprüfer des Ju-Jutsu Verbandes Württemberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 2013: Leiter der Kunst &amp;amp; Kampf-Schule in Kirchheim unter Teck [http://kunst-kampf.de/]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 - 2015: Erzieher im Waldkindergarten Kirchheim unter Teck&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seit 2011: freies Ensemblemitglied der Esslinger Erlebnisführungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2009 – 2013: Dozent für Bühnenkampf und Fechten an der Theater-Akademie-Stuttgart&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Datei:Frieder_Knauss.JPG&amp;diff=1951</id>
		<title>Datei:Frieder Knauss.JPG</title>
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				<updated>2015-09-17T11:05:18Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: Frieder Knauss&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Frieder Knauss&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Arbeiten_Trainer_A&amp;diff=1950</id>
		<title>Arbeiten Trainer A</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://technikum.djjv.de/index.php?title=Arbeiten_Trainer_A&amp;diff=1950"/>
				<updated>2015-09-17T10:43:23Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im Rahmen der Trainer-A Lizenzausbildung des DJJV erstellen die angehenden Lizenzinhaber eine Arbeit zu einem Themenbereich, der in der Regel aus dem [[Ju-Jutsu]], [[Jiu-Jitsu]] oder [[Brazilian Jiu-Jitsu]], der [[Selbstverteidigung]], der Sportwissenschaft oder aus sonstigen Kompetenzfeldern des Verbandes kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot;&lt;br /&gt;
!Jahr&lt;br /&gt;
!Autor&lt;br /&gt;
!Titel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2007 &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Jens Dykow|Jens Dykow]]&lt;br /&gt;
| [[Das DJJV-Sportabzeichen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2015 &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Werner Aßfalg|Werner Aßfalg]]&lt;br /&gt;
| [[Kyusho-Jitsu im DJJV]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2015 &lt;br /&gt;
| [[Benutzer:Frieder Knauss|Frieder Knauss]]&lt;br /&gt;
| [[Ju-Jutsu meets Theater]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater&amp;diff=1949</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater&amp;diff=1949"/>
				<updated>2015-09-17T10:41:40Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: Die Seite wurde neu angelegt: „Auch wenn das Ju-Jutsu in den 60er Jahren in Deutschland gegründet wurde, gehen seine Wurzeln zurück bis ins alte Japan.  Damals waren die Kampfkünste, wie sie…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Auch wenn das Ju-Jutsu in den 60er Jahren in Deutschland gegründet wurde, gehen seine Wurzeln zurück bis ins alte Japan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals waren die Kampfkünste, wie sie von den großen Meistern gelehrt wurden, noch sehr mit den bildenden Künsten verbunden. Im Laufe der Jahre fand jedoch nicht nur eine immer stärkere Spezialisierung auf einzelne Technikgruppen statt, sondern auch eine Ablösung von Dichtung, Malerei und den darstellenden Künsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spuren dieser alten Verbindung, kann man jedoch auch heute noch finden. So profitiert das Ju-Jutsu  in vielen Punkten von Elementen des Theaters. Sei es in Form von Rollenspielen in der Frauen-Selbstverteidigung und dem Kinder-Selbst-verteidigungssystem 'Nicht mit mir', sei es in der Darstellung bei Duo-Wettkämpfen und an Prüfungen oder in der Trainer-Ausbildung. Überall findet man Theater – nur ist man sich dessen nicht bewusst. Und wenn man sich einer Ressource nicht bewusst ist, kann man sie auch nicht zu 100% ausschöpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist nun aber Theater? Mit Theater assoziieren die meisten Menschen eine Bühne, einen Vorhang und Schauspieler, welche ein klassisches oder modernes Stück aufführen. Das ist Theater. Genauer: das ist eine Form des Theaters. Genauso wie der Wettkampf nur eine Form des Ju-Jutsus darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Theaterpädagogik ist die Aufführung das Ende eines langen Weges – ähnlich einer Ju-Jutsu-Prüfung. Auf diesem Weg hat man sich mit den unterschiedlichsten Dingen auseinander gesetzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- mit Körpersprache&lt;br /&gt;
- mit Bühnenpräsenz (Ausstrahlung)&lt;br /&gt;
- mit Stimme, Atem und Artikulation&lt;br /&gt;
- mit Wahrnehmung (ganz wichtig !)&lt;br /&gt;
- mit der Psychologie der Rolle&lt;br /&gt;
- mit der Aussage des gesamten Stückes&lt;br /&gt;
- mit Improvisation (spontane Reaktion auf unvorhergesehene Handlungen)&lt;br /&gt;
- mit Ensemble-Arbeit&lt;br /&gt;
- etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles sind Theater-Elemente. Und das sind auch die Bausteine, die man gewinnbringend im Ju-Jutsu einsetzen kann. Das Ziel meiner Projektarbeit ist nun, die Einflüsse des Theaters auf das Ju-Jutsu zu benennen, zu optimieren und zu ergänzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in Selbstverteidigungskursen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ju-Jutsu meets Theater - Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ju-Jutsu meets Theater - Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ju-Jutsu meets Theater - Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ju-Jutsu meets Theater - Fazit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Fazit&amp;diff=1948</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Fazit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Fazit&amp;diff=1948"/>
				<updated>2015-09-17T10:36:09Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: Die Seite wurde neu angelegt: „Das schöne am Ju-Jutsu ist, meiner Ansicht nach, dass es für alles offen ist. Ich sage manchmal zu meinen Schülern: „Es gibt nichts, was nicht Ju-Jutsu ist.…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das schöne am Ju-Jutsu ist, meiner Ansicht nach, dass es für alles offen ist. Ich sage manchmal zu meinen Schülern: „Es gibt nichts, was nicht Ju-Jutsu ist.“ - Das ist natürlich etwas übertrieben ausgedrückt. Dennoch ist diese Offenheit unter den Budo-Sportarten ein Alleinstellungsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ju-Jutsu ist ein bisschen wie das Schwert Gryffindors aus der Harry Potter-Saga: es nimmt nur auf, was es stärkt. Techniken, die nicht funktionieren werden mit der Zeit ausgesondert und durch effektivere Techniken ersetzt. Das Ju-Jutsu ist ständig im Wandel begriffen und erneuert sich auf diesem Wege ständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich denke, dass auch das Theater, so wie ich es in Kapitel 1 Einleitung und Definition beschrieben habe, das Ju-Jutsu stärken und diesen Wandel unterstützen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 'Ju-Jutsu' und 'Theater' treffen zwei sehr breit gefächerte Disziplinen aufeinander. Das Ju-Jutsu wird gerne als der '10-Kampf der Kampfsportarten' bezeichnet und das Theater erstreckt sich von Körperarbeit über Stimmbildung, Wahrnehmungsübungen, Improvisationen, Schauspieltechniken, etc. bis hin zu sehr esoterischen Bereichen wie dem Krafttier oder dem Archetyp Magier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wie jeder Ju-Jutsu-Ka mit der Zeit seine 'Lieblings-Techniken' herausfindet, kann er sich auch aus dem breiten Spektrum des Theaters genau das heraussuchen, was ihn auf seinem Weg weiterbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theater und Ju-Jutsu bewirken im Kern zwei gegensätzliche Prozesse. Das Ju-Jutsu baut einen Schutzpanzer auf und verschließt das verletzliche Selbst vor äußeren Angriffen physischer und psychischer Art. Es macht stark und selbstbewusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Theater öffnet den Geist und baut Barrieren bewusst ab. Statt die inneren Verletzungen abzuschirmen, sucht es einen Weg, dieses auszudrücken und somit zu heilen. Es macht den Körper durchlässig für Emotionen und gibt Verletzbarkeit preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin davon überzeugt, dass beide Bereiche ganz praktisch in Übungen und Spielen voneinander profitieren können. Darüber hinaus unterstützen sie sich aber auch auf geistig-seelischer Ebene, indem sie dem Schauspieler Kraft und Schutz und dem Ju-Jutsu-Ka Offenheit und Heilung geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Fragen und Anregungen zu den Spielen und Übungen, schreibt mir gerne eine E-Mail info@kunst-kampf.de oder besucht mich auf meiner Website www.kunst-kampf.de&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_als_Vereinswerbung_/_Verbandswerbung&amp;diff=1947</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Theater als Vereinswerbung / Verbandswerbung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_als_Vereinswerbung_/_Verbandswerbung&amp;diff=1947"/>
				<updated>2015-09-17T10:34:06Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: Die Seite wurde neu angelegt: „Leider ist Ju-Jutsu im Gegensatz zu Judo, Karate oder Taekwondo vielen Menschen noch immer kein Begriff. Der Laie 'weiß', dass die Judo-Kämpfer werfen (Judo ist…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Leider ist Ju-Jutsu im Gegensatz zu Judo, Karate oder Taekwondo vielen Menschen noch immer kein Begriff. Der Laie 'weiß', dass die Judo-Kämpfer werfen (Judo ist immerhin olympisch), die Karate-Kämpfer Ziegelsteine zertrümmern und die Taekwondo-Kämpfer irgendwelche 'coolen Kicks a la Chuck Norris' lernen. Und die Ju-Jutsu-Kämpfer?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das Ju-Jutsu viel zu bieten hat, darauf muss ich an dieser Stelle wohl nicht näher eingehen. Die Frage ist jedoch, wie kann man das bekannt machen? Das Angebot eines Vereins kann noch so toll sein, wenn niemand davon weiß, wird sich auch niemand anmelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theater und Film sind zwei Möglichkeiten, das Ju-Jutsu in seiner Vielfältigkeit einem (verhältnismäßig) großen Publikum zu präsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbandswerbung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe auf Bundes- oder Landesebene zwei Möglichkeiten, das Ju-Jutsu bekannt zu machen, auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Spielfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Spielfilm wird die zu übermittelnde Botschaft, im Gegensatz zum Beispiel zum Dokumenta-tions- oder Werbefilm, in eine interessante, span-nende, überraschende oder lustige Geschichte ver-packt. Der Zuschauer wird unterhalten und lernt sozusagen nebenher das Ju-Jutsu kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee ist folgende: man dreht nicht nur einen Spielfilm, sondern fünf oder sechs verschiedene, die jeweils einen anderen Schwerpunkt des Ju-Jutsus aufgreifen. Jeder Spielfilm dauert nicht länger als fünf bis zehn Minuten und hat immer das selbe Design (DJJV-Logo, gleiche Schrift, Intro, etc.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Themen könnten zum Beispiel sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder-Selbstverteidigung&lt;br /&gt;
Frauen-Selbstverteidigung&lt;br /&gt;
Wettkampf / Prüfung&lt;br /&gt;
Gesundheitssport&lt;br /&gt;
Spiel und Spaß im Training&lt;br /&gt;
Ju-Jutsu bei der Polizei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das A und O ist die Qualität der Filme. Sie müssen rundum begeistern und die Zuschauer dazu bewegen, sie weiterzuempfehlen (zu liken).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ein solches Vorhaben, müsste der DJJV eine Team zusammenstellen, das diese Filme produziert. Als Theaterpädagoge kann ich die Drehbücher schreiben und Regie führen. Zusätzlich benötigt man einen Kameramann (mit Equipment), einen Cutter, Schauspieler und im besten Fall  einen Tontechniker und einen Maskenbildner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich bedeutet ein solches Projekt einen großen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Auf der anderen Seite können die Filme über facebook, YouTube, die DJJV-Homepage, die Homepages der Landesverbände und die über hundert Vereinshomepages eine breite Masse erreichen. Sie können so das Bild, das die Menschen vom Ju-Jutsu haben (oder eben gerade nicht), positiv beeinflussen und somit zur Mitgliedergewinnung beitragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich selbst drehte mit ein paar Schauspielschülern und -schülerinnen vor zwei Jahren einen kleinen Film  – allerdings ohne professionelle Ausrüstung – auf den ich in Kapitel 6.2 Wehr dich! genauer eingehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Tournee-Theaterstück ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man ein werbeträchtiges Tournee-Theaterstück entwickeln, benötigt man als erstes ein Thema, das in den Schulen Anklang finden könnte (z.B. Mobbing auf dem Schulhof) und arbeitet dieses zielgruppengerecht auf. Man entwickelt ein Theaterstück, das sowohl die Zuschauer (in diesem Fall Kinder und Jugendliche) begeistert (mit spannenden Showkampf-Szenen etc.), als auch eine Botschaft transportiert, die pädagogisch wertvoll ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Stücks durchläuft mehrere Phasen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Phase''' – Kennenlernen / Stückfindung – Intensiv-Wochenende (Fr - So)&lt;br /&gt;
In der ersten Phase des Projekts haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich gegenseitig kennen zu lernen und ein Vertrauen untereinander aufzubauen. Zudem erarbeitet der Regisseur mit ihnen zusammen eine Rohform des Stückes. Sie beschäftigen sich mit den Fragen: Was wollen wir zeigen? Welche Figuren treten auf? Was sind ihre Motive, Beweggründe, Ängste, Wünsche? Was kann in den Szenen passieren? Wo sind Wendepunkte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Phase''' – Ausarbeitung des Stücks / Text lernen – Zwei bis drei Monate&lt;br /&gt;
In der zweiten Phase, erarbeitet der Drehbuchautor das endgültige Bühnenstück, erstellt der Regisseur den Probenplan, lernen die Schauspieler ihren Text und sucht der Tournee-Planer Schulen, die Interesse daran haben, dass bei ihnen ein solches Stück aufgeführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Phase''' – Inszenierung – Zwei Wochen ganztags (am Stück oder aufgeteilt)&lt;br /&gt;
In der dritten Phase inszeniert der Regisseur mit den SchauspielerInnen die einzelnen Szenen. Die präzise Ausarbeitung von Bühnenchoreographien und komplexen Charakteren ist eine intensive Arbeit und benötigt Zeit. Dementsprechend arbeitet der Regisseur mit den Teilnehmern in diesen zwei Wochen ganztägig an der Inszenierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Phase''' – Letzte Proben und erste Aufführungen – Eine Woche ganztags&lt;br /&gt;
In der letzten Proben-Phase stehen die Aufführungen im Mittelpunkt. Den Anreisetag und den Tag danach nutzt die Gruppe noch einmal um Durchläufe zu proben und an einzelnen Szenen zu schleifen. Am dritten, vierten und fünften Tag sollte, wenn möglich, jeweils eine Aufführung stehen. Dadurch bekommt die ganze Gruppe Feedback, das nun noch in das Stück eingearbeitet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Phase''' – Tournee&lt;br /&gt;
Mit dem fertigen Stück reist die Gruppe nun quer durch Deutschland und spielt an allen Schulen, die Interesse daran haben. Bei jeder Veranstaltung werden Flyer ausgeteilt, Banner aufgehängt und in einer Einführung oder einem Nachgespräch über das Ju-Jutsu informiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein solches Theaterstück auf die Beine zu stellen nimmt viel Zeit in Anspruch und ist nur dann realistisch, wenn alle Beteiligten für ihre Arbeit ein entsprechendes Honorar bekommen. Es gibt jedoch in Deutschland bestimmt Fördertöpfe die für derartige Projekte Gelder bereitstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereinswerbung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereine haben gegenüber dem Verband den Vorteil, dass von ihnen keine so hohe Qualität bzw. Professionalität erwartet wird. Man darf einem Vereinsfilm ansehen, dass er von einem Hobbyfilmer gedreht wurde und man darf bei Vereinsaufführungen merken, dass die Darsteller keine professionellen Schauspieler sind. Das heißt aber natürlich nicht, dass die Filme und Aufführungen nicht trotzdem so gut wie möglich sein sollten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Clip ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt eines langen Werbefilms, empfiehlt es sich für den Verein viel mehr kurze Clips (&amp;lt; 1 Minute) zu drehen und diese auf die Homepage zu stellen. Diese kurzen Clips sollen den Zuschauer emotional ansprechen und im vermitteln, wie toll es in dem Verein ist. Mögliche Inhalte sind zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Ausschnitt wie im Training alle zusammen spielen und lachen&lt;br /&gt;
Eine kurze Sequenz zweier Ju-Jutsu-Ka, die dynamisch und technisch sauber je eine Kombination zeigen (etwa wie im Duo-Wettkampf)&lt;br /&gt;
Ein Clip, in dem man sieht, wie ein Teilnehmer auf dem Weg zur Umkleide vom 'Reporter' angesprochen wird und in zwei Sätzen kurz sagt, warum er so gerne ins Training kommt.&lt;br /&gt;
Ein Ausschnitt, in dem eine 50 jährige Frau eine Technik erklärt bekommt und diese prompt gut umsetzen kann.&lt;br /&gt;
Ein Ausschnitt in dem eine Frau angegriffen wird und sich zur Wehr setzt&lt;br /&gt;
…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Clip sollte kurz und knackig sein und am Ende auf den Verein verweisen. Es empfiehlt sich, alle Clips extra zu stellen und gegebenenfalls einzuproben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ju-Jutsu-Aufführung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegenheiten für Ju-Jutsu-Aufführungen gibt es viele: Vereinsfeiern, Stadtfeste, Märkte auf denen sich die ortsansässigen Vereine präsentieren können, etc. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie aber kann eine solche Ju-Jutsu-Aufführung aussehen? Hier ein paar Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Kata'''&lt;br /&gt;
Ein hochgraduierter Ju-Jutsu-Ka führt eine Reihe von spektakulären Ju-Jutsu-Techniken gegen eine ganze Reihe von Gegnern vor. Der Rahmen ist formell und jede Technik bis zur Perfektion geübt. Der Zuschauer soll erkennen, dass viel Training hinter dem Gezeigten steckt und dass Ju-Jutsu mehr ist als nur ein 'Hau-Drauf-Kampfsport'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Der Spaßkampf'''&lt;br /&gt;
Ju-Jutsu-Techniken werden in einen lustigen Kontext verpackt. Die Darsteller haben keinen Gi an und verhalten sich auch sonst nicht der Etikette entsprechend. Um eine solche Szene zeigen zu können, empfiehlt es sich, sich zuvor ein bisschen mit Showkampfelementen auseinanderzusetzen. Ein Ablauf könnte in etwa so aussehen:&lt;br /&gt;
			&lt;br /&gt;
			A sitzt auf einem Hocker und liest eine Zeitung.&lt;br /&gt;
			B schleicht sich von hinten an und will A schlagen.&lt;br /&gt;
			A duckt sich zufällig. B fällt über A. B will auf stehen.&lt;br /&gt;
			A schlägt die Beine übereinander und 'trifft' B am Kinn. &lt;br /&gt;
			A steht auf, faltet die Zeitung zusammen und will von&lt;br /&gt;
			der Bühne gehen. C rennt auf A zu und stößt ihn um.&lt;br /&gt;
			A macht ein Kopfwurf. Steht danach überrascht da…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Form der Präsentation soll der Zuschauer einfach nur unterhalten sein und gerade nicht merken, wie viel Arbeit in der Szene steckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufführung mit Spezialeffekten'''&lt;br /&gt;
Mehrere Paare zeigen Ju-Jutsu-Techniken in Kombination (genau wie an der Prüfung). Allerdings bauen sie zusätzlich Spezialeffekte ein. Solche Effekte könnten sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Technik einmal in Zeitlupe und einmal schnell&lt;br /&gt;
Die Technik einmal vorwärts und einmal rückwärts&lt;br /&gt;
Zwei oder mehr Paare machen ihre Kombinationen exakt parallel&lt;br /&gt;
Drei oder mehr Paare machen ihre Kombinationen exakt parallel, aber wie bei einem Kanon um eine Aktion versetzt&lt;br /&gt;
Gemeinsam immer wieder an spektakulären Stellen einfrieren&lt;br /&gt;
Den Raum abdunkeln und das Ganze mit Schwarzlicht anleuchten&lt;br /&gt;
Den Raum abdunkeln und das Ganze mit einem Stethoskop anleuchten&lt;br /&gt;
Der Ju-Jutsu-Choreographie auf Musik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein sehr wirksames Mittel bei Aufführungen ist immer die Musik. Eine Möglichkeit ist natürlich, diese einfach im Hintergrund ablaufen zu lassen. Eine andere, sehr viel anspruchsvollere, ist die, die ganze Choreografie auf die Musik aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierfür muss man sich als erstes für eine Musik entscheiden und diese sehr oft hören und auf Höhepunkte, Brüche, Tempo, Inhalt, etc. untersuchen. Es empfiehlt sich, ein Musikstück mit einem starken Rhythmus zu wählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wird die gesamte Choreografie Stück für Stück aufgebaut. Langsam und sorgfältig. Diese Form der Aufführung benötigt von allen hier Beschriebenen am meisten Vorbereitungszeit. Dafür wirkt das Ergebnis umso beeindruckender!&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_in_der_Trainer-Ausbildung_/_Kursleiter-Ausbildung&amp;diff=1946</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Theater in der Trainer-Ausbildung / Kursleiter-Ausbildung</title>
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				<updated>2015-09-17T10:32:52Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: Die Seite wurde neu angelegt: „Ein guter Trainer bzw. Kursleiter zeichnet sich nicht nur durch sein großes Fachwissen in Theorie und Praxis und die erworbene Methoden-kompetenz, sondern auch d…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein guter Trainer bzw. Kursleiter zeichnet sich nicht nur durch sein großes Fachwissen in Theorie und Praxis und die erworbene Methoden-kompetenz, sondern auch durch viele andere, weniger greifbare Fähigkeiten aus. Unter anderem durch… &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…eine authentische und gut verständliche Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…ein hohes Maß an Flexibilität&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…innere und äußere Struktur und die Fähigkeit, diese bei Bedarf aufzubrechen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…Souveränität im Auftreten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…Ruhe und Geduld mit sich und anderen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…Humor und die Fähigkeit, auch über die eigenen Fehler lachen zu können&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…(natürliche) Autorität&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…Kraft und Ausdauer um auch langatmige (aber nötige) Machtkämpfe auszufechten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…die Bereitschaft das Gute in jedem Teilnehmer zu sehen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…eine Liebe zum Training, zu den Menschen und zum Sport&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…den Willen, etwas durch sein Training bei den Teilnehmern zu bewegen und ihnen etwas auf ihren Weg mitzugeben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…einen Blick für Details auf der einen und das Große und Ganze auf der anderen Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…die Begeisterung und die Fähigkeit andere damit anzustecken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	…ein gesundes Maß an Aggression (im positiven, ursprünglichen Sinne von aggredere – voranschreiten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich ist diese Liste bei weitem nicht abgeschlossen. Die Theaterpädagogik greift in ihren Spielen und Übungen viele der oben genannten Punkte gezielt auf, da diese auf der Bühne oft genauso wichtig sind, wie auf der Matte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Rhetorik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel zu sprechen heißt noch lange nicht gut zu sprechen – das weiß jeder, der einmal einen Lehrer hatte, der sich in unendlich langen Monologen erging, statt die Dinge mit wenigen Worten, knapp und präzise auf den Punkt zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man spricht von einem rhetorisch geschickten Menschen, wenn diesem die Zuhörer gebannt an den Lippen hängen, wenn er es schafft, einen komplexen Gedanken auf das Wesentliche herunterzubrechen und ihn klar und einfach zu formulieren, und wenn man als Zuhörer (oder Diskussionspartner) danach das Gefühl hat, das Gesagte vestanden zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Begründer der Rhetorik gilt der antike Dichter Homer (siehe Abbildung), der in seinen Geschichten erstmals das Element der Rede verwendet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einfachheit halber möchte ich die Rhetorik in vier Bereiche unterteilen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Körpersprache&lt;br /&gt;
in den Einsatz der Stimme&lt;br /&gt;
in Gedankenführung&lt;br /&gt;
und in Argumentation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens an dieser Stelle, stellt man fest, dass einem bestimmte Bereiche (wie zum Beispiel die Körpersprache aber auch der Einsatz der Stimme) immer wieder begegnen. Das zeigt zum einen wie wichtig diese Bereiche im gesamten Ju-Jutsu (und überhaupt im Leben) sind, und zum anderen wie vielfältig man seinen Körper und seine Stimme in verschiedenen Situationen einsetzen kann. Ich will mich an dieser Stelle nur kurz ergänzend mit den ersten beiden Punkten befassen um dann ausführlicher auf den Punkt Gedankenführung einzugehen. Der vierte Punkt Argumentation, gehört nicht zu den klassischen Theaterthemen, daher werde ich auf diesen nur kurz eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Körpersprache (in der Trainerausbildung) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trainer will mit seiner Körpersprache etwas anderes senden, als jemand der sich in Phase gelb gegen einen potenziellen Angreifer behaupten muss. In Kapitel 2.3.1 Die Haltung habe ich bereits erwähnt, dass sich in der Kommunikation Sender und Empfänger in ihren Bewegungsmustern häufig angleichen. Das bedeutet, dass einem Trainer, der ununterbrochen in einer ruhigen, deeskalierenden Art und Weise unterrichtet, die Teilnehmer wahrscheinlich einschlafen bzw. diese ein hohes Maß an Eigenmotivation aufbringen müssen. Dagegen hat es ein Trainer, der selbst vor Energie sprüht, motiviert ist und Spaß am Training hat, wahrscheinlich leicht seine Gruppe zu motivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Theater gibt es den Begriff der Rampensau. Schlägt man diesen Begriff im Duden nach, steht dort als Definition:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. leidenschaftlicher Bühnenkünstler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. jemand, der, im Mittelpunkt stehend und andere in den Hintergrund drängend, in der Lage  ist, durch seine Leidenschaftlichkeit mitzureißen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder professionelle Schauspieler muss, bis zu einem gewissen Grad, eine Rampensau sein. Er muss es genießen, im Mittelpunkt zustehen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und andere Leute durch sein Auftreten zu begeistern. Es gehört in dem Beruf dazu, andere in den Hintergrund zu drängen bzw. um die Aufmerksamkeit des Publikums zu konkurrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ähnlicher Weise, wenn auch nicht so ausgeprägt, gilt das auch für den guten Trainer und Kursleiter. Wer nicht gerne im Mittelpunkt steht, wird keine Lehrgänge geben oder in der Trainerausbildung tätig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Trainer muss nicht die ganze Zeit den Alleinunterhalter für seine Schüler spielen (wenn überhaupt), aber er sollte durch seine Körpersprache ausstrahlen, dass er gerne hier ist und dieses Training leitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Einsatz der Stimme (in der Trainerausbildung) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel 2.3 Körpersprache habe ich darauf hingewiesen, dass bei einer authentisch gesendeten Botschaft der Inhalt, die Stimme und die Körpersprache eine Einheit bilden sollten. Und wir wissen, dass ein entspannter Mensch viel leichter hierzu in der Lage ist, als ein angespannter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen Trainer ist es jedoch nicht nur wichtig, entspannt und authentisch zu sein, sondern auch seine Stimmlage zu variieren. Bleibt ein Trainer konstant in der selben Stimmlage und schlimmstenfalls sogar noch in der selben Sprechgeschwindigkeit (also laaaangsaaaam oder soschnelldassmankaumnochmitkommt) wirkt das auf den Teilnehmer entweder monoton, langweilig oder anstrengend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gängige Variationsmöglichkeiten sind: laut/leise, schnell/langsam und hoch/tief. Wenn man es schafft, diese drei Stimmregler frei einzusetzen, ergibt sich daraus eine unendliche Fülle an stimmlichen Nuancen, die das Training interessanter machen und mit denen man wichtige Punkte von weniger wichtigen Punkten deutlich absetzen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem bewussten Regeln dieser drei Elemente, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit, Variation in die Stimme zu bekommen: das Spielen einer Rolle. Darauf gehe ich jedoch in Kapitel 4.3 Die fünf Archetypen näher ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Gedankenführung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gedankenführung hat viel mit Mathematik zu tun. Will man einem Schüler einen komplizierten mathematischen Beweis erklären, sind drei Dinge wichtig:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Man muss den Beweis selbst verstanden haben&lt;br /&gt;
2. Man muss den Schüler logisch Schritt für Schritt durch den Beweis führen&lt;br /&gt;
3. Man muss stets den ganzen Beweis und das angestrebte Ziel im Bewusstsein halten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nicht jeder mit Mathematik auf gutem Fuß stehen, möchte ich diese drei Punkte zuerst auf das Sprechen eines Textes und dann auf das Erklären einer Ju-Jutsu-Technik übertragen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Der Monolog'''&lt;br /&gt;
Nehmen wir als Beispiel die ersten Zeilen aus dem berühmten Faust-Monolog von Johann Wolfgang von Goethe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Faust:		Habe nun, ach! Philosophie,&lt;br /&gt;
			Juristerei und Medizin,&lt;br /&gt;
			Und leider auch Theologie&lt;br /&gt;
			Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.&lt;br /&gt;
			Da steh ich nun, ich armer Tor!&lt;br /&gt;
			Und bin so klug als wie zuvor;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt, muss ein Schauspieler, der diesen Monolog auf der Bühne sprechen will, den Text inhaltlich verstehen. Das bedeutet nicht nur, vordergründig den Sinn der Worte erfassen, sondern auch, das zu sehen, was hinter dem Text versteckt ist: den sogenannten Subtext. In diesem Fall, könnte dieser etwa so lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Subtext:	Jetzt bin ich so alt und habe mein ganzes Leben&lt;br /&gt;
			damit verschwendet, völlig unnütze Dinge zu lernen.&lt;br /&gt;
			Und was habe ich jetzt davon? Nichts!&lt;br /&gt;
			Ich habe mich all die Jahre derartig bemüht und&lt;br /&gt;
			angestrengt und mein ganzes Leben der Suche&lt;br /&gt;
			nach Antworten untergeordnet, ohne auch nur jemals&lt;br /&gt;
			eine Antwort auf eine wirklich wichtige Frage&lt;br /&gt;
			bekommen zu haben…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat der Schauspieler den Text selbst verstanden, hat er in einem nächsten Schritt die Aufgabe, ihn so zu sprechen, dass er auch für den Zuschauer verständlich wird. Hierbei sind, wie oben bereits erwähnt, zwei Dinge wichtig: der innere Bogen des einzelnen Satzes (Abschnitts) und der Spannungsbogen des gesamten Stückes. Beides muss der Schauspieler beim Sprechen präsent haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der innere Bogen eines Satzes (oder ganzen Abschnitts) wird bestimmt durch das Satzgefüge (Haupt- und Nebensätze), die Zeilenumbrüche, die Satzlänge, den Rhythmus, die Wortwahl, usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Spannungsbogen zieht sich durch das ganze Stück und ist damit dem 'kleinen Bogen' übergeordnet. Stände der selbe Abschnitt nicht in einem Drama Goethes, sondern in einer Komödie Molières und spräche sie nicht der tiefgründige Faust, sondern ein jammernder, dummer Greis, müsste man ihn auf der Bühne völlig anders umsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn der Schauspieler zu jedem Zeitpunkt seines Monologes sowohl den inneren Bogen des im Moment gesprochenen Satzes (Abschnitts), als auch den gesamten Spannungsbogen im Bewusstsein hat, kann er den Zuschauer so durch den Text führen, dass dieser am Ende auch wirklich verstanden hat, um was es geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Ju-Jutsu-Technik'''&lt;br /&gt;
Will ein Trainer einem Schüler eine neue Technik vermitteln (ich beschränke mich jetzt auf den Abschnitt des Technikerwerbs), sollte er diese nicht nur praktisch ausführen können, sondern auch theoretisch verstehen (Prinzipien !). Nur, wenn er weiß, warum er an einer bestimmten Stelle zum Beispiel eine Schrittdrehung macht, kann er diese dem Schüler auch logisch vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt gibt es in der Trainingslehre unterschiedliche Methoden, wie man einem Schüler eine neue Technik zeigen kann: die ganzheitliche und die analytische Lehrmethode (oder Teil-Schritt-Methode). In jedem Fall muss der Trainer aber beides im Sinn haben: die gesamte Technik und die einzelnen Schritte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idealerweise demonstriert der Trainer die gesamte Technik einmal im Fluss und in mittlerer Geschwindigkeit, damit die Schüler einen Gesamteindruck bekommen und motiviert werden. Danach demonstriert der Trainer die Technik noch mehrmals sehr langsam aus verschiedenen Perspektiven. Ähnlich einer Bilderreihe führt er logisch Schritt für Schritt durch die gesamte Technik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Argumentation ===&lt;br /&gt;
Das Thema Argumentation hat zwar mit dem Theater an sich nichts zu tun, dennoch habe ich hier, der Vollständigkeit halber, die wichtigsten Fragen, die man sich bei seiner (möglichst gründlichen) Vorbereitung stellen sollte, kurz zusammengefasst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Wen will ich überzeugen?'''&lt;br /&gt;
Das Gegenüber spielt bei jeder Argumentation eine entscheidende Rolle. Will man beispielsweise einen Kollegen mit dem selben Fachwissen überzeugen, muss man ganz anders argumentieren, als bei einem Laien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Fragen hierzu sind beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Muss ich eine Person überzeugen, oder mehrere? Ist diese &lt;br /&gt;
mir wohl gesonnen? Hat sie Fachwissen? Ist sie ein &lt;br /&gt;
Kopfmensch (dann liegt der Fokus auf Fakten und Daten)&lt;br /&gt;
oder ein Gefühlsmensch (dann liegt er auf Emotionen)?&lt;br /&gt;
Was hängt für sie von der Entscheidung ab? …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Wie kann ich meine Argumente untermauern?'''&lt;br /&gt;
Es reicht oftmals nicht, in einer Diskussion einfach nur etwas zu behaupten. Man muss seine Argumente auch belegen können. Dies ist möglich durch harte Zahlen und Fakten, aber auch durch Fallbeispiele oder Bilder, die im Gegenüber bestimmte Emotionen hervorrufen. Je besser man seinen Diskussionspartner kennt, umso individueller kann man seine Argumente untermauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Was will ich erreichen?'''&lt;br /&gt;
Die klare Zielsetzung ist das A und O bei der Vorbereitung, da alle Argumente nur darauf ausgerichtet werden. Ist das Ziel nicht klar, oder gibt es gar mehrere Ziele, verschwimmt die Argumentation und verliert an Überzeugungskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Was könnte mir mein Gegenüber entgegensetzen?'''&lt;br /&gt;
Bei einer Diskussion ist es wichtig, sich bereits im Vorfeld mit den Gegenargumenten zu beschäftigen und die voraussichtlichen Einwände des Gegenübers möglichst vollständig zu entkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Welche Argumente, will ich wann einsetzen?'''&lt;br /&gt;
Argumente gibt es viele. In der Vorbereitung ist es jedoch wichtig, aus der Masse die stärksten herauszufiltern und diese dann taktisch einzusetzen. Am besten baut man eine Argumentationskette, die stark beginnt und sich zum Ende hin noch steigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen zu Rhetorik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier noch ein paar spielerische Übungen zur Rhetorik:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Spontanrede'''&lt;br /&gt;
Ein Teilnehmer stellt sich vor die restliche Gruppe und zieht aus einem Stapel drei Begriffe (z.B. Busfahrer, Bananenschale, Tonbandgerät). Nun wählt die Gruppe ein Thema bzw. einen Kontext für die Rede (z.B. 'Auf dem 90. Geburtstag der Großmutter' oder 'Dankesrede bei der Oscar-Verleihung').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teilnehmer hat nun die Aufgabe, spontan eine (möglichst gute / lustige) Rede zu dem entsprechenden Thema zu halten und dabei seine drei Begriffe so geschickt einzubauen, dass die anderen danach nicht wissen, welche drei Begriffe er hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Konkurrenzrede'''&lt;br /&gt;
Jeder Teilnehmer zieht ein Thema (das kann ein Quatschthema sein, wie z.B. 'Sollte die 0 Promille-Regel auch auf Ameisenstraßen gelten?' oder aber auch ein fachspezifisches, wie im Ju-Jutsu z.B. 'Die Notwendigkeit des 3er-Kontakts im Prüfungsprogramm') und hat 10 Minuten Zeit eine möglichst interessante Rede auszuarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Zeit kommen alle wieder zusammen und das Los entscheidet, welche zwei Kandidaten mit ihren Reden in Konkurrenz treten. Beide halten ihre Reden nun gleichzeitig vor dem selben Publikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach etwa einer Minute wird unterbrochen und die Zuschauer dürfen sagen, wem von beiden sie mehr zugehört haben und, wenn möglich, warum. Der Spielleiter kann nun noch Tipps geben, bevor die zweite Minute beginnt und die Redner versuchen können das Feedback umzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich wird so lange gespielt (oder immer wieder) bis alle einmal an der Reihe waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sätze vorlesen'''&lt;br /&gt;
Eine gute Übung zur Gedankenführung ist es, lange komplexe Sätze vorzulesen. Natürlich so, dass der Zuhörer den Sinn des Satzes erfassen kann! Im folgenden habe ich zwei Sätze, zweier großer Meister der deutschen Sprache angeführt, an denen man gut üben kann. Natürlich eignet sich aber auch jeder andere längere, verschachtelte Satz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Satz ist der erste aus Goethes 'Das Märchen' und eignet sich gut zum Einstieg und üben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			An dem großen Flusse, der eben von einem starken&lt;br /&gt;
			Regen geschwollen und übergetreten war, lag in&lt;br /&gt;
			seiner kleinen Hütte, müde von der Anstrengung&lt;br /&gt;
			des Tages, der alte Fährmann und schlief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Satz stammt aus Kleists 'Michael Kohlhaas' und ist eine wirklich harte Nuss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			Ich, der mit meinem Haufen eben in einem Wirtshause&lt;br /&gt;
			abgestiegen und auf dem Platz, wo diese Vorstellung&lt;br /&gt;
			sich zutrug, gegenwärtig war, konnte hinter allem Volk&lt;br /&gt;
			am Eingang einer Kirche, wo ich stand, nicht vernehmen,&lt;br /&gt;
			was diese wunderliche Frau den Herren sagte; dergestalt,&lt;br /&gt;
			dass, da die Leute einander lachend zuflüsterten, sie teile&lt;br /&gt;
			nicht jedermann ihre Wissenschaft mit, und sich des&lt;br /&gt;
			Schauspiels wegen, das sich bereitete, sich sehr bedrängten,&lt;br /&gt;
			ich, weniger neugierig, in der Tat, als um den Neugierigen&lt;br /&gt;
			Platz zu machen, auf eine Bank stieg, die hinter mir im&lt;br /&gt;
			Kircheneingang eingehauen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Argumente-Ping-Pong'''&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer gehen immer zu zweit zusammen und entscheiden, wer von beiden die Pro- und wer die Contraseite übernimmt. Nun bekommt jedes Paar einen Themenstapel. Sie ziehen ihr erstes Thema (z.B. 'An einem Tag im Monat, sollte das Autofahren verboten sein.') und beginnen sofort (also ohne Vorbereitung und ohne nachzudenken) mit dem Ping-Pong-Spiel: der eine sagt ein Pro-Argument und der andere versucht sofort ein Gegenargument zu finden – woraufhin der erste wieder ein Pro-Argument sucht. Das Spiel geht so lange, bis einem der beiden auf die Schnelle nichts mehr einfällt. Dann bekommt der andere einen Punkt und es wird das nächste Thema gezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Spiel ist eine Übungssache und kann beim ersten Mal etwas frustrierend sein, wenn einem Teilnehmer keine Argumente einfallen. Am besten immer mal wieder kurz spielen, dann übt sich das Argumentieren von ganz alleine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Der kontrollierte Dialog'''&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer gehen zu dritt zusammen und einigen sich, wer A, B und C ist. In der ersten Runde unterhalten sich A und B. C ist Schiedsrichter und Beobachter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A stellt nun in einem Satz eine (möglichst provokante) These auf. B versucht diese (ebenfalls in einem Satz) mit eigenen Worten wiederzugeben. Ist A mit der Wiedergabe von B zufrieden, sagt er 'richtig' und B darf eine Gegenthese stellen. Ist A nicht zufrieden, sagt er 'falsch' und B muss noch einmal versuchen die These von A wiederzugeben. Die beiden arbeiten solange an dem einen Satz, bis A sich verstanden fühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 5-10 Minuten werden die Rollen getauscht, sodass nun A zum Beobachter wird und B und C miteinander diskutieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gruppendynamik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funktionen und Phasen in der Gruppendynamik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Gruppe, egal ob es sich dabei um Kindergartenkinder, Schüler, Erwachsene, Senioren oder eine bunte Mischung aus allen handelt, durchläuft die selben gruppen-dynamischen Prozesse und ordnet den einzelnen Teilnehmern unterschiedliche Funktionen zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alpha – Der Chef&lt;br /&gt;
Beta – Der Berater&lt;br /&gt;
Gamma – Der Arbeiter&lt;br /&gt;
Omega – Der Widersacher / Außenseiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Funktionen sind wertfrei und können sich im Prozess auch immer wieder verändern. Je intensiver die Gruppe an einem gemeinsamen Ziel arbeitet (z.B. einer Theateraufführung) und je mehr der Erfolg des Einzelnen von der Leistung der anderen Gruppenteilnehmer abhängt, umso deutlicher werden die Prozesse sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da das Ju-Jutsu keine Mannschaftssportart ist und somit der Erfolg bei Prüfungen und Wettkämpfen meistens nur vom eigenen Können abhängt (Ausnahmen sind zum Beispiel der Duo-Wettkampf oder die Kata zum 4. und 5. Dan) sind die gruppendynamischen Prozesse im Training oft nur sehr schwer erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutlicher werden die Prozesse dann in Sondersituationen wie Trainingslager oder längeren Aus- und Fortbildungen, in denen die Ju-Jutsu-Ka über einen längeren Zeitraum an einem Ziel arbeiten und nicht nach dem Training wieder nach Hause fahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Phasen, die eine Gruppe durchläuft hat der Wirtschaftswissenschaftler Warren Bennis wie folgt beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Dependenz'''&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer sind hilflos und ordnen sich bereitwillig der Autorität des Trainers unter. Sie versuchen dessen Erwartungen zu erfüllen und zu gefallen. Versuche einzelner Teilnehmer, Führungsaufgaben zu übernehmen, werden von der Gruppe abgeblockt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Konterdependenz'''&lt;br /&gt;
In der zweiten Phase bricht ein Machtkampf aus unter den Teilnehmern und auch zwischen der Gruppe und dem Trainer. Die Autorität, der sich die Teilnehmer in Phase eins noch untergeordnet haben, wird in Frage gestellt und die Gruppe versucht sich zu strukturieren. Die Teilnehmer werden den unterschiedlichen Funktionen zugeordnet und häufig kommt es zu einer Spaltung, wenn zum Beispiel mehrere Personen die Funktion des Alpha für sich beanspruchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Lösung'''&lt;br /&gt;
Die Gruppe konzentriert sich wieder vermehrt auf das eigentliche Gruppenziel (bzw. legt dies fest, sollte es bisher noch kein Ziel gegeben haben) und zieht an einem Strang. Streitigkeiten werden beigelegt und in gespaltenen Gruppen versuchen die Teilnehmer Brücken zu schlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Harmonie'''&lt;br /&gt;
Die Gruppe hält fest zusammen und die Teilnehmer verspüren untereinander eine große  Solidarität. Gemeinsam arbeitet die Gruppe intensiv auf das erklärte Ziel hin. Die Funktionen sind zugeordnet und zumindest für den Moment von allen akzeptiert. Die Gruppe versteht sich als Team und grenzt sich nach außen hin ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Entzauberung'''&lt;br /&gt;
In dieser Phase wird vieles von dem, was sich die Gruppe mühsam erarbeitet hat, wieder in Frage gestellt, was hohes Konfliktpotential birgt. Die persönlichen Wünsche und die Erwartungen der Gruppe sind oft nicht mehr konform und so entbricht erneut ein Machtkampf und die Gruppe zerfällt wieder in zwei oder mehr Subgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Konsensbildung'''&lt;br /&gt;
Erneut findet sich die Gruppe zusammen und orientiert sich wieder am gemeinsamen Ziel.Die Funktionen sind wieder geklärt und nun oftmals stabiler als in Phase 3. Die Gruppe ist nun nach außen offener und flexibler in ihrer Struktur und ihrem Regelwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man mit einer Gruppe über einen längeren Zeitraum hinweg an einem konkreten Projekt arbeiten, wie das in der Theaterpädagogik immer der Fall ist, was aber auch im Ju-Jutsu vorkommt, wenn man zum Beispiel eine ganze Gruppe auf eine hohe Gürtelprüfung vorbereitet, ist es von hohem Wert, sich die einzelnen Phasen des gruppendynamischen Prozesses bewusst zu machen und zu beobachten, welcher Teilnehmer von der Gruppe welche Funktion zugeteilt bekommt (die Funktionen kann man sich nämlich nicht aussuchen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spiele und Übungen zur Gruppendynamik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden möchte ich einige Spiele und Übungen beschreiben, die geeignet sind, um entweder die momentanen Strukturen sichtbar zu machen, oder um Prozesse aktiv in Gang zu setzen, um destruktive Phasen überwinden zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Zeltstange'''&lt;br /&gt;
Alle Teilnehmer bilden zusammen eine enge Gasse und strecken ihre Zeigefinger so nach vorn aus, dass der Übungsleiter eine leichte Zeltstange auf die Finger legen kann. Wichtig ist, dass jeder Zeigefinger die Stange während der gesamten Übung berührt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufgabe ist nun, die Zeltstange gemeinsam abzulegen. Im ersten Durchlauf dürfen die Teilnehmer nicht miteinander reden und werden wahrscheinlich an der Übung scheitern (die Stange wandert nämlich immer höher statt tiefer, da jeder immer seinen Finger an der Stange haben muss).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zweiten Durchlauf dürfen und sollen die Teilnehmer miteinander reden. Die Aufgabe ist nämlich nur dann zu schaffen, wenn einer die Führung übernimmt und die Gruppe leitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Flussüberquerung (I)'''&lt;br /&gt;
Der Trainer definiert zwei (nicht direkt nebeneinander liegende) Mattenreihen als Ufer und den Bereich dazwischen als reißenden Fluss. Die Teilnehmer haben nun die Aufgabe als ganze Gruppe vom einen Ufer zum anderen Ufer zu gelangen. Hierfür haben sie drei bewegliche Plattformen (z.B. Hula-Hoop-Reifen, Seiten einer Zeitung, kleine Holzplatten) zur Verfügung (evtl. liegt eine davon aber irgendwo im Wasser).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer müssen sich nun eine Strategie überlegen, wie sie die Aufgabe gemeinsam meistern können. Bleibt eine Person zurück oder fällt jemand ins Wasser, ist die Aufgabe nicht gelöst und die Gruppe muss von vorn beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Flussüberquerung (II)'''&lt;br /&gt;
Im Prinzip die selbe Übung, nur dass den Teilnehmern mehr Plattformen zur Verfügung stehen. Allerdings geht hier im Wasser jede Plattform unter, die (auch nur kurzzeitig) von niemandem berührt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Das Spinnennetz'''&lt;br /&gt;
Der Trainer spannt (am besten schon vor dem Training) zwischen zwei festen Stangen ein Netz mit größeren und kleineren Löchern. Die Teilnehmer haben nun die Aufgabe, das Netz zu passieren, ohne es zu berühren. Durch jedes der Löcher darf aber immer nur einer der Teilnehmer gehen, danach wird es für die anderen gesperrt. Der Trainer muss natürlich beim Spannen des Netzes darauf achten, dass genügend große Löcher vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gruppe muss sich nun wieder eine Taktik überlegen und die Aufgabe so lange versuchen, bis sie gelöst ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_im_Duo-Wettkampf_und_an_Pr%C3%BCfungen&amp;diff=1945</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Theater im Duo-Wettkampf und an Prüfungen</title>
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				<updated>2015-09-17T10:27:16Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: Die Seite wurde neu angelegt: „Nicht nur Teilnehmer von Selbstverteidigungskursen können im Ju-Jutsu vom Theater profitieren, sondern auch jeder, der regelmäßig ins Training kommt und irgend…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nicht nur Teilnehmer von Selbstverteidigungskursen können im Ju-Jutsu vom Theater profitieren, sondern auch jeder, der regelmäßig ins Training kommt und irgendwann Gürtelprüfungen ablegen oder an Duo-Wettkämpfen teilnehmen möchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Prüfung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Gürtelprüfung ist eine Präsentation und somit dem Theaterspiel anverwandt. In den unteren Kyu-Prüfungen präsentieren die Prüflinge (Schauspieler) den Prüfern und Zuschauern (Publikum), im Vorfeld (Probenphase) unter Anleitung des Trainers (Regisseur) genauestens einstudierte Techniken (Bühnenchoreographie) um danach eine angemessene Anerkennung (Applaus) zu erhalten. In den höheren Kyu- und den unteren Dan-Prüfungen weicht die Choreographie mehr und mehr der Improvisation. In den letzten beiden Prüfungen wird den Prüflingen schließlich beides in Perfektion abverlangt: die Choreographie in der Kata und die Improvisation im restlichen Prüfungsverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Choreographie oder Die Kunst der Wiederholbarkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Charlie Chaplin ist bekannt, dass er sich über viele Stunden lang damit beschäftigte, wie man eine Türklinke hinunterdrückt. Er hat den selben Vorgang immer und immer wieder wiederholt und analysiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Trainer weiß man um die hohen Wiederholungszahlen, die nötig sind, um eine Technik richtig zu beherrschen. Ich möchte an dieser Stelle darüber hinaus Möglichkeiten aus dem Theater aufzeigen, einen Bewegungsablauf einzustudieren und wiederholbar zu machen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spiegel – Give and take'''&lt;br /&gt;
Die erste Übung ist eine Hinführung zum Kopieren und läuft ganz ähnlich ab, wie das zuvor beschriebene 'Give and take'. Zwei Partner stehen sich wieder gegenüber. Der eine beginnt, macht eine große Ganzkörper-Bewegung und findet danach zurück in den neutralen Stand. Nun ist der zweite an der Reihe. Dieser kopiert zuerst die Bewegung des anderen anderen und macht erst dann eine neue, eigene Bewegung vor, die dann wiederum der andere kopiert. Wichtig ist, dass die Bewegungen exakt kopiert werden. Dazu ist es hilfreich, wenn die Bewegungen anfangs langsam ausgeführt werden und nicht zu komplex sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewegung weitergeben'''&lt;br /&gt;
Alle stehen in einem Kreis. Ein Teilnehmer beginnt und macht eine große Bewegung. Diese versucht sein linker Partner nun zu kopieren. Und dessen linker Partner von ihm, und so weiter. Wichtig ist, dass nicht alle einfach die anfangs gezeigte Bewegung machen, sondern immer versuchen die Bewegung ihres Vordermannes exakt zu kopieren. Dadurch verändert sich die Bewegung mit der Zeit, da doch immer wieder jemand einen Fehler macht oder die Bewegung vergrößert oder verkleinert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopieren (zu zweit)'''&lt;br /&gt;
Beim Kopieren macht ein Partner keine abstrakte Bewegung mehr vor, sondern eine ganz konkrete Handlung (zum Beispiel Holzhacken). Nun muss der andere versuchen, diese Handlung exakt zu kopieren. Schafft er es, wechseln die Rollen, schafft er es nicht, zeigt der erste Partner noch einmal seine Handlung (diese sollte natürlich exakt wie beim ersten Mal sein!!). Anfangen sollte man auch bei dieser Übung mit leichten und vor allem kurzen Handlungen. Mit der Zeit können die Handlungen immer komplexer und länger werden. Während der Übung darf nicht gesprochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopieren (in der Gruppe)'''&lt;br /&gt;
Als Trainer kann man nun, wenn die Gruppe mit dem Kopieren vertraut ist, ihnen eine leichte Ju-Jutsu-Kombination zeigen, ohne im ersten Schritt etwas dazu zu sagen. Man zeigt die Übung mehrfach aus verschiedenen Blickwinkeln und natürlich sehr langsam. Die Teilnehmer sollen nun versuchen, die Kombination zu zweit zu rekonstruieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen Minuten des Übens ruft man die Gruppe wieder zusammen und zeigt die ganze Kombination noch einmal. Jedes Paar kann nun genau auf die Stellen achten, die beim Üben schwierig waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nächsten Schritt und nach einer weiteren Übungsphase, dürfen ein oder zwei Paare die Kombination vorführen und die anderen versuchen zu erkennen, ob diese richtig ist oder nicht. Danach zeigt man die ganze Kombination noch einmal Schritt für Schritt und erläutert nun, was genau nacheinander passiert. In der letzten Übungsphase geht man von Paar zu Paar und verbessert eventuell noch letzte Fehler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es versteht sich von selbst, dass diese Übung nur mit Kombinationen gemacht werden darf, von denen beim Herumprobieren keine Gefahr ausgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zählen'''&lt;br /&gt;
Als Regisseur kommt man immer wieder in die Situation, dass man mit den Schauspielern gemeinsam einen Tanz einstudieren darf. Bei diesem müssen alle Bewegungen synchron sein und auf die Musik passen. Um dies zu erleichtern, wird jede Bewegung mit einer Zahl des Taktes verbunden. Man zählt also bei einem 3/4-Takt: eins, zwei, drei, eins zwei drei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Methode kann man auch im Ju-Jutsu anwenden, wenn man neue Kombinationen lernt. Eins – Hals verkürzen und Fingerstiche zu den Augen. Zwei – Griffsprengen mit Schritt nach hinten. Drei – Ausfallschritt nach vorn mit Ellenbogenschlag ins Gesicht. Vier – Beinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade bei sehr langen Abläufen (Katas) kann diese Methode sehr hilfreich sein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Assoziationsketten'''&lt;br /&gt;
In der Intensiv-Vorbereitung vor einer Prüfung kann man sich an dieser Aufgabe versuchen. Ein Partner macht alle Kombinationen durch, der andere greift durchgehend an. Beide versuchen während der gesamten Zeit eine Assoziationskette zu bilden. Das heißt: der Angreifer sagt ein Wort seiner Wahl z.B. 'Hund'. Darauf sagt der Verteidiger ein Wort, das ihm spontan zum Thema 'Hund' einfällt z.B. 'Floh'. Dann ist der Angreifer wieder an der Reihe. Es dürfen keine Pausen entstehen und es darf kein Wort doppelt gesagt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Mögliche Assoziationskette wäre zum Beispiel: Hund – Floh – Zirkus – Zelt – Camping – Ausflug – Rucksack – Tasche – Taschenlampe – Licht – Kerze – Weihnachten…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Improvisation oder „Die Kunst, ohne Anlauf durch den Stegreif zu springen.“ ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das in der Überschrift verwendete Zitat von Georg Thomalla beinhaltet zwei wichtige Aspekte der Improvisation: erstens die Unmittelbarkeit und zweitens den hohen qualitativen Anspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir als Beispiel eine fiktive Selbstverteidigungssituation: ich war nach einem langen, anstrengenden Tag noch mit ein paar Freunden im Restaurant und bin nun alleine auf dem Weg zu meinem Auto. Es ist dunkel. Mir ist kalt. Es regnet. Plötzlich werde ich hart zur Seite gestoßen…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ersten Angriff konnte ich nicht abwehren. Ich habe ihn nicht gesehen. Auf den zweiten Angriff muss ich jedoch reagieren und zwar schnell. Ich habe keine Zeit, mir zu überlegen: 'Mache ich jetzt einen Armstreckhebel, oder doch besser eine große Außensichel… ?' Ich muss handeln. Aber wie? Wenn meine erlernten Techniken jetzt nicht qualitativ hochwertig sind, funktionieren sie nicht und ich verliere den Kampf. Qualitativ hochwertig heißt an dieser Stelle vor allem effektiv. Ein harter Tritt zwischen die Beine ist auch qualitativ hochwertig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in Gürtelprüfungen gibt es immer mehr Situationen, in denen der Prüfling improvisieren muss. Ein Beispiel hier sind die Weiterführungstechniken im Dan-Bereich. Der Prüfer nennt dem Prüfling zum zweiten Dan eine Ju-Jutsu-Technik (einen Hebel oder Wurf) und dieser muss spontan (Unmittelbarkeit) eine passende Kombination finden, die einem 2. Dan angemessen ist (qualitativer Anspruch). Das ist noch leicht. Jetzt wird jedoch die Technik gestört. Und zwar, unter Umständen, auf eine Art und Weise, die dem Prüfling völlig neu ist. Jetzt muss der Prüfling wieder ohne nachzudenken (Unmittelbarkeit) die Technik so weiterführen, dass die Energie des Partners möglichst optimal genutzt wird (qualitativer Anspruch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Theatersport wird die Kunst der Improvisation schauspielerisch auf die Spitze getrieben. Bei diesen Veranstaltungen treten zwei Teams in Spielen gegeneinander an und improvisieren um die Wette. Der qualitative Anspruch zeigt sich hier darin, wie kreativ und witzig die Schauspieler reagieren. Und dem Publikum ist oft nicht klar, wie viel Arbeit hinter diesen lockeren Sprüchen steckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden möchte ich einige Improvisationsübungen beschreiben, die man so im Ju-Jutsu zur Gürtelprüfung verwenden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruppenbefehle'''&lt;br /&gt;
Bei diesem lockeren Aufwärmspiel laufen alle Teilnehmer durcheinander. Auf ein Signal des Trainers hin, müssen nun alle blitzschnell eine bestimmte Aktion ausführen. Eine bekannte Version dieses Spiels ist 'Feuer, Wasser, Erde, Luft'. Hierbei müssen sich zum Beispiel alle beim Wort Feuer schnell im Kreis drehen um die Flammen zu löschen, beim Wort Wasser schnell auf eine blaue Matte stellen, beim Wort Erde flach auf den Bauch legen und beim Wort Luft auf eine der Bänke stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spiel wird jedoch schwerer je ähnlicher die Signale sind. Zum Beispiel bedeutet einmal klatschen vom Trainer, einfrieren, zweimal klatschen vom Trainer, auf den Boden legen und einmal klatschen vom Co-Trainer auf den Boden sitzen. Natürlich kann man dieses Spiel auch direkt mit Ju-Jutsu-Techniken (z.B. Fallschule) verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reaktionsspiel zu zweit'''&lt;br /&gt;
Immer zwei Teilnehmer stehen sich gegenüber. Die beiden machen Schere-Stein-Papier und der Gewinner führt eine bestimmte Aktion aus (z.B. fangen), auf die der andere reagieren muss (z.B. wegrennen). In einer gesteigerten Version hat der Gewinner immer aus drei möglichen Aktionen die Auswahl (z.B. fangen, wegrennen, einfrieren) und der andere muss adäquat reagieren (z.B. wegrennen, fangen, einfrieren). Reagiert er falsch oder nicht schnell genug, bekommt der Gewinner den Punkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Welche Kombination?'''&lt;br /&gt;
Eine Gruppe von Prüflingen beschäftigt sich intensiv mit fünf (komplexen) Kombinationen mit unterschiedlichen Angriffen. Am Ende der Stunde werden die Prüflinge in zwei Gruppen eingeteilt: die Geraden und die Ungeraden. Die Geraden verteilen nun die Zahlen 2, 4, 6, 8 und 10 auf die fünf Angriffe und die Ungeraden die Zahlen 1, 3, 5, 7 und 9, jeweils ohne, dass die andere Gruppe die Aufteilung mitbekommt. Nun stellen sich immer zwei Prüflinge, ein Gerader und ein Ungerader, in Verteidigungsposition gegenüber. Auf das Kommando des Trainers zeigen nun beide mit ihrer Führungshand eine Zahl zwischen 0 und 5. Beide Zahlen werden schnell zusammengezählt und das Paar macht eine der folgenden drei Aktionen: bei 0 machen beide 5 Liegestütze, bei 1, 3, 5, 7 und 9 greift der Ungerade mit dem entsprechenden Angriff an und der Gerade muss ich mit der geübten Kombination verteidigen und bei 2, 4, 6, 8 und 10 das Ganze umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Weiterführungskette-Kette'''&lt;br /&gt;
Die Weiterführungskette ist eine lockere Übung zum Einstieg in die freie (nicht abgesprochene) Weiterführung. Sie ist dem Konter gegen Konter, welcher bis 2007 zum vierten und fünften Dan (auf sehr hohem Niveau) abgeprüft wurde, sehr ähnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Ju-Jutsu-Ka beginnt und macht in einer Kombination eine Hebeltechnik im Stand. Der andere verhindert die Technik und friert ein. Der erste Ju-Jutsu-Ka analysiert nun (anfangs in Ruhe, später immer schneller) die Situation: Wie stehe ich da? Wie steht mein Partner? Wohin geht seine Kraft? Was kann ich gut angreifen? Danach entscheidet er sich für eine neue, möglichst günstige Technik und sagt diese laut, bevor er die Technik durchführt. Der Partner erwacht aus seiner Starre und verhindert auch die neue Technik und das Spiel beginnt von vorn. Die fünfte Technik wird nicht mehr verhindert. Danach werden die Rollen getauscht. Dieses Vorgehen entspricht dem Dreischritt im Theater (wahrnehmen, bewerten, handeln) nach Konstantin Stanislawski.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tipps und Tricks zur Prüfung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie oben bereits beschrieben, ähneln sich Prüfungen und Theateraufführungen in vielen Punkten. Hier noch ein paar Tipps und Tricks, wie man sowohl das eine als auch das andere souverän überstehen kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerne deinen Text'''&lt;br /&gt;
Das klingt banal, ist aber wichtig. Kaum eine andere Sache kann einen auf der Bühne so sehr aus der Bahn werfen, wie ein Texthänger. Es entsteht eine Pause. Das Publikum merkt, dass etwas nicht stimmt. Der Spielpartner schaut einen drängend an und flüstert ein Stichwort, dass man aber beim ersten Mal nicht versteht. Man fällt aus der Rolle, aus der Szene, aus dem Stück. Und das schlimmste: selbst wenn man dann den Text wieder weiß, ist man so aufgeregt, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Texthängers ziemlich groß ist. So manch ein Laiendarsteller ist nach so einem Patzer nie wieder auf der Bühne gestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Ju-Jutsu Prüfungen gibt es Text. Und je sicherer ich diesen gelernt habe, umso geringer ist die Gefahr ihn in der Prüfung zu vergessen. Was ist Text im Ju-Jutsu? Ein Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prüfer:		Zeige mir bitte eine Abwehrtechnik mit der Hand&lt;br /&gt;
Prüfling:	Ich zeige einen Handkantenblock. Angriff ist ein Schwinger rechts zum Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sätze kann man auswendig lernen und üben. Das hat zwei Vorteile: erstens macht man immer klare Ansagen in der Prüfung und zweitens bekommt man eine Sicherheit im Auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier noch eine kleine Übung zum Text lernen: ähnlich wie bei der oben benannten Assoziationskette bekommen die Prüflinge eine Aufgabe und sollen währenddessen ihren Text sprechen. Die Übung sollte eine Dauerschleife sein, wie z.B. der 3er-Kontakt oder eine Stockschlagabfolge aus dem Eskrima. Kann ein Prüfling seinen Text unter dieser Bedingung fehlerfrei aufsagen, wird er ihn auch in der Prüfung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sei präsent'''&lt;br /&gt;
Wer sich schon öfter Theaterstücke von Laiendarstellern angesehen hat, weiß, dass es immer Darsteller gibt, an die man sich danach noch erinnert und andere, die man sofort wieder vergisst. Das liegt daran, dass die einen den Bühnenraum mit ihrer Präsenz füllen und die anderen fast unsichtbar bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bühnenpräsenz kann man üben. Eine leichte Übung (die man allerdings regelmäßig wiederholen muss) sei hier kurz erklärt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man steht mit beiden Füßen fest auf dem Boden, die Knie sind leicht angewinkelt. Nun betrachtet man als erstes seine rechte Hand und stellt sich vor, sie strahle helles Licht und Hitze aus. Wenn das klappt, nimmt man die linke Hand hinzu und sieht beide Hände leuchten. Dann kommen die Unterarme dazu, die Ellenbogen, Oberarme, Schultern und so weiter, bis der ganze Körper Licht und Hitze ausstrahlt. Und wenn das gut klappt, versucht man sich möglichst normal durch den Raum zu bewegen, ohne das Gefühl des Ausstrahlens zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprich klar und deutlich'''&lt;br /&gt;
Dies fällt umso leichter, je besser man seinen Text kann. Klare Aussagen hinterlassen bei Prüfern einen guten Eindruck. Er hat das Gefühl, du weißt, wovon du sprichst, du weißt, was du kannst und du hast Lust dies zu präsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Prüfungen zählt neben den Techniken auch immer der Gesamteindruck und den kann man mit diesem und anderen einfachen Mitteln verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Freunde dich mit dem Scheitern an'''&lt;br /&gt;
Als Schauspieler scheitert man. Immer wieder. Man verpatzt die Szene, bekommt die gewünschte Rolle nicht, stolpert auf der Bühne, vergisst seinen Text, usw. Das passiert und dann gibt es nur eine Regel: Weitermachen !! Verloren hat nur, wer aufgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir einmal die Frage: Was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn ich heute versage? Bei einer Prüfung – ich muss die Prüfung noch einmal wiederholen, ich werde von den Trainingskollegen blöd angeschaut, ich blamiere mich vor den Prüfern, ich traue mich nicht mehr ins Training und höre mit dem Ju-Jutsu auf, … Was ist das Schlimmste, das passieren könnte? Beantworte dir diese Frage und setze dich mit der Situation auseinander – dann habe ich meinen Blaugurt eben erst in einem halben Jahr, andere brauchen x Jahre bis sie ihren Blaugurt machen, dann werde ich eben blöd angeschaut – denen werde ich es zeigen, wenn ich in einem halben Jahr meinen Blaugurt habe, …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Schritt ist, sich mit dem Scheitern anzufreunden – dann verliert es seinen Schrecken – und dann kann man alles dafür tun, um es zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Finde deinen Kraftquelle'''&lt;br /&gt;
Lampenfieber gehört dazu. Wer vor einer Premiere (und eine Prüfung ist immer eine Premiere – erst recht dann, wenn man sie wiederholt) nicht wenigstens ein bisschen aufgeregt ist, wird wahrscheinlich beim Auftritt auch nicht alles geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird das Lampenfieber jedoch zu stark, muss man einen Weg finden, damit umzugehen und eine Möglichkeit, dies zu tun, will ich kurz beschreiben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Mensch hat Kraftquellen: enge Freunde, Familienangehörige, Musik, Lieblingsorte, Heilsteine, Krafttiere, Schutzengel, Erbstücke, Fotos, usw. Finde für dich heraus, welche Quelle für dich in schweren Zeiten am kraftvollsten ist und nimm sie zu deiner Prüfung mit. Natürlich kann man die Alpen nicht mit ins Dojo nehmen, aber vielleicht ein Foto vom letzten Urlaub dort und vielleicht ist die geliebte Oma letztes Jahr verstorben, aber stell dir trotzdem vor, sie säße im Publikum und sieht dir zu. Trau dich, deine ganz persönliche Kraftquelle herauszufinden und in Prüfungssituationen anzuzapfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Duo-Wettkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Duo-Wettkampf nutzt bereits einige Elemente aus dem Theater (speziell aus dem Bereich des Bühnenkampfes), sodass ich diese hier nur kurz benennen möchte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Gegenbewegung'''&lt;br /&gt;
Damit man einen starken Schlag auf der Bühne darstellen kann, braucht man die passende Gegenbewegung. Diese kann entweder ein Ausholen oder ein Zurückziehen sein. Da ersteres im echten Kampf oft wenig sinnvoll ist, wird im Duo-Wettkampf vor allem letzteres eingesetzt. Ein Beispiel ist der Ellenbogenstoß seitwärts. Nach der Technik zieht der Stoßende den Arm weit zurück, um so die Technik hervorzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die Reaktion des Partners'''&lt;br /&gt;
Angreifer und Verteidiger sind ein Team, sowohl beim Bühnenkampf als auch im Duo-Wettkampf. Damit die Technik des Verteidigers toll aussieht, muss der Verteidiger groß reagieren. Ein klassisches Beispiel ist der Kipphandhebel. Macht der Angreifer einen freien Fall, wirkt der Hebel viel dynamischer als wenn er sich nur seitlich weg rollt. Ein anderes Beispiel ist der Seitstreckhebel. Klopft der Partner gelangweilt ab, wirkt der Hebel lahm, hebt er jedoch die Hüfte (vor gespieltem Schmerz) hoch und klopft laut und kraftvoll ab, wirkt der Hebel effektiv und beeindruckend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Timing'''&lt;br /&gt;
Timing ist das A und O. Reagiert einer der beiden zu früh oder zu spät, wirkt die ganze Szene unecht. Auch wenn ich also weiß, dass mein Partner gleich einen Schwinger rechts zum Kopf macht, darf ich meinen Block erst setzen, wenn der Schlag (fürs Publikum) erkennbar ist.&lt;br /&gt;
Groß darstellen und Akzente setzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Bühne erkennt man nur, was groß und deutlich herausgestellt wird. Eine kleine Handbewegung geht möglicherweise unter, außer man lenkt bewusst die Aufmerksamkeit des Publikums darauf. Für den Duo-Wettkampf bedeutet das zum einen, dass eine Technik immer mit dem ganzen Körper ausgeführt wird (einen Wurf beispielsweise bis zum Ende durchwerfen und die Bewegungen groß darstellen) und zum anderen, dass bestimmte, wichtige Techniken durch minimale Verzögerungen hervorgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körperspannung'''&lt;br /&gt;
Beim Bühnenkampf wie im Duo-Wettkampf (aber natürlich auch z.B. bei Prüfungen) benötigen die Darsteller eine große Körperspannung, Dynamik und Kontrolle. Nur dann können Sequenzen schnell und beeindruckend dargestellt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Synchronität'''&lt;br /&gt;
Die Gleichzeitigkeit ist ein stilistisches Mittel im Theater, die im Duo-Wettkampf, aber auch bei Katas zur Anwendung kommt und den gezeigten Techniken einen Rahmen geben. So stehen (oder hüpfen) anfangs beide Partner in der exakt gleichen Verteidigungsposition und stehen am Ende gleich schnell auf um gemeinsam mit einem Kiai wieder dort zu enden.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>https://technikum.djjv.de/index.php?title=Ju-Jutsu_meets_Theater_-_Theater_in_Selbstverteidigungskursen&amp;diff=1944</id>
		<title>Ju-Jutsu meets Theater - Theater in Selbstverteidigungskursen</title>
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				<updated>2015-09-17T10:06:39Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Frieder Knauss: Die Seite wurde neu angelegt: „Sowohl die Frauen-Selbstverteidigung als auch die Kinder- und Jugendselbstverteidigung arbeiten mit dem sogenannten (umgekehrten) Ampelsystem: grün für Prävent…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Sowohl die Frauen-Selbstverteidigung als auch die Kinder- und Jugendselbstverteidigung arbeiten mit dem sogenannten (umgekehrten) Ampelsystem: grün für Prävention, gelb für Selbstbehauptung und rot für Selbstverteidigung als letzte Alternative.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassischen Ju-Jutsu-Techniken finden sich dabei nur im letzten, roten Teil wieder. In dem Teil, den es im Grunde immer zu vermeiden gilt. In den Bereichen Prävention und Selbstbehauptung bedienen sich beide Programme anderer Einflüsse. Viele davon kommen aus dem Bereich des Theaters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rollenspiele ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rollenspiele im Selbstverteidigungskurs sollen den Teilnehmer(innen) in einem geschützten Rahmen helfen, sich mit bestimmten bedrohlichen Situationen sowohl gedanklich als auch körperlich auseinanderzusetzen. Hierzu gibt es zwei Methoden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methode 1 – Die Teilnehmer(innen) spielen selbst ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer(innen) werden in irgendeiner Form von einem Bad Guy belästigt, bedroht oder angegriffen. Den Bad Guy spielt dabei wahlweise der Kursleiter oder ein anderer Teilnehmer. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man beim 'Opfer' ein hohes Stresslevel erzeugen kann und somit verhältnismäßig realitätsnah üben wird. Der Nachteil (gerade in Frauen-Selbstverteidigungskursen aber auch sonst) ist, dass die gespielten Situationen in Teilnehmer(innen) alte Traumata aufreißen können, von denen sie unter Umständen zuvor nichts gewusst haben oder die sie dem Kursleiter bewusst verschwiegen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methode 2 – Die Teilnehmer(innen) schauen zu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Möglichkeit bietet das Forum-Theater. Hier spielen zwei Schauspieler(innen) eine mögliche Eskalations-Szene. Die Szene beginnt beginnt harmlos und schaukelt sich hoch bis zum physischen Angriff. Die Zuschauer(innen) schauen sich die Szene an und dürfen dann Vorschläge machen, wie sich das 'Opfer' an bestimmten Punkten hätte anders verhalten können. Die Schauspieler(innen) nehmen die Vorschläge auf und improvisieren die Szene weiter. So können die Zuschauer sehen, ob ihr Vorschlag sinnvoll war oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorteile dieser Methode des Rollenspiels sind, dass eine Szene sehr genau analysiert werden kann und dass die Teilnehmer(innen) aus einer sicheren Distanz zuschauen können und nicht persönlich angegriffen werden. Der Nachteil ergibt sich daraus aber direkt: die Zuschauer(innen) erleben den Angriff nicht am eigenen Leib. Außerdem erfordert diese Methode eine große Vorarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dritte Möglichkeit wäre beide Methoden zu verbinden. Die Schauspieler(innen) spielen zuerst eine Szene mit allen Vorschlägen durch. Danach verlässt der Darsteller, welcher das 'Opfer' spielte, die Bühne und ein Teilnehmer / eine Teilnehmerin nimmt seinen Platz ein. Hier ist es möglich die Situation zuerst zu analysieren und danach auch selbst in die Situation einzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tipps und Anregungen zum Rollenspiel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Methode 1: Die Teilnehmer spielen selbst'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Der Raum'''&lt;br /&gt;
Nutze alles was dir zur Verfügung steht um den Raum, in dem das Rollenspiel statt findet, möglichst detailliert zu gestalten. Wo sind die Grenzen des Raumes? Wo kann man sitzen? Gibt es einen Tisch? Liegt auf dem Boden (auf dem Tisch, …) etwas herum, was man vielleicht als Waffe verwenden kann? Wo sind Türen, Ausgänge, sichere Häfen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht und Dunkelheit'''&lt;br /&gt;
Versuche mit verschiedenen Lichtquellen eine möglichst realistische Atmosphäre zu schaffen. Bin ich im dunklen Park? Gibt es Straßenlampen? Findet die Situation am Tag oder bei Nacht statt? Dunkelheit stresst, aber sie macht das Licht zur Waffe gegen Angreifer. So kann ich mein Gegenüber mit einer Taschenlampe blenden und mir so Zeit verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Der Bad Guy'''&lt;br /&gt;
Jeder im Ju-Jutsu weiß: nur, wenn mein Partner mich realistisch angreift, kann ich mich entsprechend verteidigen. Dasselbe gilt für Rollenspiele. Daher lohnt es sich, sich mit dem Bad Guy intensiver auseinander zu setzen und diesen richtig zu üben. Es empfiehlt sich nur dann, den Bad Guy von einem Teilnehmer spielen zu lassen, wenn man überzeugt davon ist, dass dieser die Rolle auch verkörpern kann (siehe Kapitel 2.2 Die Bad-Guy-Ausbildung in der AG-Selbstverteidigung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kleider machen Leute…''' &lt;br /&gt;
…und erschweren unter Umständen die Selbstverteidigung. Warum nicht einmal eine Szene im engen Partykleid durchspielen? Oder im Anzug? Mit Stöckelschuhen oder in Badeschlappen? Das Kostüm hilft vielen Laiendarstellern sehr, in ihre Rollen zu finden und kann – übertragen auf die Frauen-Selbstverteidigung – zu mehr Realitätsnähe führen oder aber dem ganzen einen verspielteren Charakter geben (zum Lockern der Atmosphäre). Hierfür kann der Trainer einen Kostümkoffer mitbringen, der ein paar charakteristische Kostüme beinhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wahrnehmung und Beweglichkeit'''&lt;br /&gt;
Mit Hilfe von verschiedenen Brillen oder bestimmten Anzügen kann die Wahrnehmung bzw. die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt werden. Man kann die Teilnehmer(innen) aber auch durch schnelles Drehen aus dem Gleichgewicht bringen, sie durch laute Musik oder eine Flut von Beschimpfungen stressen oder sie vor der Übung körperlich auspowern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Das geeignete Mittel'''&lt;br /&gt;
Es kann Spaß machen, die Szenarien bis ins kleinste Detail zu planen. Mit Requisiten, Licht, Kostümen, etc. zu arbeiten. Man muss allerdings immer einen Blick auf die Gruppe haben und entscheiden, was Sinn macht und was nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feedback und Zuschauer'''&lt;br /&gt;
Meiner Erfahrung nach kann es sehr fruchtbar sein, wenn die anderen Gruppenteilnehmer(innen) sich die Szenen ansehen und dem 'Opfer' danach ein Feedback geben. Gegebenenfalls darf derselbe dann die gleiche Szene noch einmal spielen und versuchen, das Gehörte umzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Methode 2: Die Teilnehmer schauen zu'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Szenen einstudieren'''&lt;br /&gt;
Die Ausgangsszenen müssen bei dieser Methode sehr genau ausgearbeitet sein. Sie müssen alle Phasen des umgekehrten Ampelsystems durchlaufen, sodass die Zuschauer an allen Punkten einhaken können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vorschläge vorweg nehmen'''&lt;br /&gt;
Auch wenn bei dieser Methode die Zuschauer Spiel- bzw. Lösungsvorschläge machen dürfen, sollte es für die Schauspieler keine (bzw. so wenig wie möglich) Überraschungen geben. Das heißt, dass jede Szene bereits im Vorfeld sehr genau analysiert und abgeklopft sein muss. Alle möglichen Szenenverläufe sollten von den Schauspielern geprobt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regie'''&lt;br /&gt;
Die Szenen sollten von einem Regisseur inszeniert werden, der selbst nicht mitspielt. Der Blick von außen ist bei dieser Methode unerlässlich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Moderation und Schauspieler'''&lt;br /&gt;
Neben den 2-3 Darsteller(innen) sollte es immer noch einen Moderator / eine Moderatorin geben (z.B. der Regisseur). In Selbstverteidigungskursen sollte dies der Trainer sein. Die Darsteller können Ju-Jutsu-Ka aus dem Verein sein oder (besser) ausgebildete Schauspieler. Es gibt auch immer wieder Gruppen, die mit derartigen 'Stücken' auf Tour gehen und die man buchen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bad-Guy-Ausbildung in der AG-Selbstverteidigung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== How to be a bad guy ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AG-Selbstverteidigung setzt sich mit allem rund um das Thema 'Reale Gewalt' auseinander und wurde 2010 im DJJV gegründet um das Selbstverteidigungstraining im Ju-Jutsu und Jiu-Jitsu zu verbessern. Im Zuge dessen fanden seit der Gründung schon zwei Lehrgänge zum Thema „How to be a good bad guy“ statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Leitung des Theaterpädagogen Peter Schmuttermaier wurden in diesen Lehrgängen interessierte Ju-Jutsu-Ka im 'Böse-Sein' trainiert. Durch diese Einheiten haben sich, laut Carsten Zimmermann, die Szenarientrainingseinheiten qualitativ verbessert und die Bad-Guys sind glaubwürdiger geworden. „Der Blick muss sich verändern, wenn man angreift. Man muss merken, dass der Angreifer es wirklich ernst meint.“, meinte der Leiter der AG-Selbstverteidigung zu mir, im Gespräch über die Schauspiel-Schulung der Bad-Guys. Auch war er der Meinung, dass möglichst viele Vereinstrainer einmal eine solche Schulung durchlaufen sollten, um im eigenen Verein den Selbstver-teidigungsaspekt des Ju-Jutsus realistischer vermitteln zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen aus der Bad-Guy-Ausbildung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Schmuttermaier war so freundlich mir zwei seiner Übungen, mit denen er die in seiner Bad-Guy-Ausbildung gearbeitet hat, zu verraten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Der Beschützer'''&lt;br /&gt;
Jeder Teilnehmer sucht sich irgendeine Person im Raum, die es zu schützen gilt und eine andere, die einen &amp;quot;Bösen&amp;quot; darstellt. Die Auswahl bleibt geheim. Ziel für jeden ist es, immer zwischen dem Bösen und der zu beschützenden Person zu stehen – man muss also immer zwei Personen im Blick haben. Da jeder Teilnehmer andere Leute ausgewählt hat, entsteht in dieser Übung viel Dynamik, sodass sie sich auch gut als Aufwärmspiel eignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fünf Stufen - Teil I: Tempi'''&lt;br /&gt;
Alle Teilnehmer laufen kreuz und quer durch den Raum. Nun werden fünf gemeinsame Tempi etabliert und jeweils mit einem Bild versehen. Zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Ihr schlendert gemütlich durch den Park.&lt;br /&gt;
2. Ihr geht normal aber ohne zu trödeln durch die Stadt &lt;br /&gt;
3. Ihr geht zügig zum Ju-Jutsu-Training, denn ihr wollt nicht zu spät kommen und Liegestützen machen müssen.&lt;br /&gt;
4. Ihr habt gleich einen wichtigen Termin und seit schon etwas knapp dran.&lt;br /&gt;
5. Ihr müsst dringend auf den Bus und dieser fährt in zwei Minuten ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist dabei, dass die ganze Gruppe immer in etwa gleich schnell ist. Der Trainer sagt nun immer eine Zahl zwischen 1 und 5 und die Gruppe nimmt das entsprechende Tempo an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fünf Stufen - Teil II: Aggressionszustände'''&lt;br /&gt;
Im zweiten Teil dieser Übung wird das gelernte auf Aggressionszustände übertragen. Auch hier wird jede Zahl wieder mit einem inneren Bild verknüpft. Zum Beispiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Ihr seid genervt, weil heute im Job einfach alles anstrengend und ätzend war&lt;br /&gt;
2. Ihr seid ärgerlich, weil der Busfahrer euch gesehen hat, aber trotzdem losgefahren ist&lt;br /&gt;
3. Ihr seid wütend, weil euer Chef euch nach einer langen, anstrengenden Grippe unterstellt, ihr hättet blau gemacht, und euch vor der ganzen Firma öffentlich 'zur Sau' macht. &lt;br /&gt;
4. Ihr seid stinksauer, weil man euch den Rucksack geklaut hat, in dem Tickets fürs Fußball-WM-Finale waren.&lt;br /&gt;
5. Ihr rastet völlig aus, weil ihr seht wie ein Typ mit seinem Einkaufswagen absichtlich gegen euren drei Tage alten Porsche kracht und diesen damit völlig verbeult und zerkratzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Aggressionszuständen ist es natürlich viel individueller was jeden Einzelnen in Rage versetzt und unter Umständen muss man dann das Bild für sich dann so umbauen, dass es passend ist. Dann werden aus den Fußball-WM-Tickets vielleicht Eintrittskarten zum ABBA-Konzert und aus dem Porsche eine neue Spiegelreflexkamera mit Zubehör.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder ruft der Trainer nun eine Zahl und die Teilnehmer versuchen direkt über ihr inneres Bild in den Grad der Aggression einzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körpersprache ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen schlechten Regisseur erkennt man manchmal daran, dass die Schauspieler auf der Bühne sogenanntes Steh-und-Sprech-Theater aufführen. Wie der Name schon sagt, stehen die Darsteller auf der Bühne herum und sagen brav ihren Text auf. Wenn man Pech hat, passiert dies auch noch in monotoner Art und Weise. Was fehlt ist der stimmliche und körperliche Ausdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer Studie des Amerikaners Albert Mehrabian macht der Inhalt eines Wortes weniger als 10% des Gesamteindrucks aus. Viel wichtiger als das, was man sagt, ist die Art, wie man es sagt: der Tonfall, die Emotion und die Lautstärke machen bereits über 30% des Gesamteindruckes aus. Am entscheidendsten in der Kommunikation ist laut Mehrabian jedoch die Körpersprache, das heißt Haltung, Mimik und Gestik, mit über 50% des Gesamteindruckes. Im Idealfall bilden alle drei Elemente eine Einheit und senden dieselbe Botschaft. Ist dies der Fall sprechen wir davon, dass ein Darsteller, ein Politiker oder ein Ju-Jutsu-Trainer authentisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Haltung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die optimale Körperhaltung in der gelben Phase, also der Selbstbehauptungsphase, ist aufrecht, selbstbewusst und möglichst entspannt. Ziel dieser Phase ist in den meisten Fällen die Deeskalation. Und da in der Kommunikation Sender und Empfänger sich in ihren Bewegungsmustern häufig angleichen, kann eine entspannte Haltung auch zur Entspannung des Gegenübers und somit der ganzen Situation führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu vermeiden dagegen ist an dieser Stelle die sogenannte 'Opferhaltung'. Sie zeichnet sich durch Anspannungen in Schultern, Händen und Gesichtsmuskulatur, durch einen gesenkten Blick und eine gebeugte Haltung sowie durch hektische Bewegungen und nervöse Handlungen (Fingernägelkauen, mit den Haaren spielen, Finger verknoten, etc.) aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Mimik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genau wie der restliche Körper sollte auch das Gesicht möglichst entspannt sein. Vor allem die Kiefermuskulatur neigt zu großer Anspannung. Ist man sich dessen bewusst, kann man im Zweifelsfall darauf achten und versuchen, den Kiefer aktiv zu entspannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Rolle spielt an dieser Stelle der Blick. Die Augen senden ununterbrochen nonverbale Signale aus, die das Gegenüber empfängt und unterbewusst auswertet. Der Blick sollte ruhig (nicht starr) und offen sein. In Stresssituationen neigt man zum sogenannten Tunnelblick – man starrt den Gegner an und bekommt nicht mehr mit, was sonst um einen herum geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Situationen, welche zu eskalieren drohen, gilt es abzuspüren, wie viel Blickkontakt sinnvoll ist. Ein ununterbrochenes Anstarren kann provozierend wirken – ein demonstratives Wegsehen desinteressiert. Zudem sollte in kritischen Situationen auch die Umgebung unauffällig wahrgenommen und auf mögliche weitere Gefahrenquellen oder Fluchtmöglichkeiten analysiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Gestik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wildes Gestikulieren ist nur dann sinnvoll, wenn das Ziel nicht die Deeskalation sondern die Einschüchterung des Gegenübers ist. Generell gilt aber, dass die Hände nicht in den Hosentaschen stecken, sondern sich in Höhe des Oberkörpers befinden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen zur Körpersprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Give and take'''&lt;br /&gt;
Zwei Partner stehen sich gegenüber. Der eine Partner beginnt und macht eine große Bewegung in der möglichst der ganze Körper involviert ist. Ist die Bewegung beendet steht er neutral da. Dann macht der zweite Partner eine große Bewegung, mit der er auf die erste Bewegung reagiert. Danach ist wieder der erste an der Reihe. So entsteht ein Gespräch ohne Worte, dafür mit jeder Menge Körpersprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Standbilder'''&lt;br /&gt;
Die Teilnehmer bauen zusammen Standbilder zu verschiedenen Themen, zum Beispiel Ohnmacht, Schuld, Wut, Hass, Freude, Sieg, Superhelden. Dafür stellen sich alle Teilnehmer/innen auf eine Linie. Nun darf eine Person nach der anderen auf die Bühne gehen und sich zum jeweiligen Thema positionieren. Hat man eine Haltung gefunden, darf man sich nicht mehr bewegen, bis das Standbild aufgelöst wird. Der Kursleiter kann die Standbilder auch fotografieren, sodass danach alle das Ergebnis sehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Emotionen darstellen'''&lt;br /&gt;
Ein Teilnehmer bekommt eine Neutralmaske und soll nun ohne Sprache und ohne Mimik eine bestimmte, vom Kursleiter vorgegebene Emotion darstellen. Die anderen Teilnehmer/innen dürfen raten, um welche Emotion es sich handelt. Wer die Emotion errät darf als nächster auf die Bühne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stopp (1)'''&lt;br /&gt;
Zwei Partner stellen sich mit einigem Abstand gegenüber. Der eine Partner geht nun langsam auf den anderen Partner zu, bis dieser ihm mit einer starken Bewegung (aber ohne Sprache) zu verstehen gibt, dass er anhalten soll. Nach drei Gängen wird gewechselt. Diese Spiel lässt sich reduzieren auf die Mimik und sogar auf den Blick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Graue Maus vs. Superheld'''&lt;br /&gt;
Der Kursleiter etabliert zwei Figuren. Zum einen die graue Maus (Schultern hochgezogen, Blick gesenkt, eingeschüchtert, Arme verschränkt, flacher Atem) und zum anderen den Superhelden (aufrecht, stark, Brust raus, Schultern zurück, erhobenes Haupt, freundlich, tiefer, freier Atem). Nachdem beide Figuren eingeführt wurden, beginnen alle als graue Mäuse und gehen ängstlich durcheinander. Der Kursleiter geht nun durch die Teilnehmer/innen hindurch und tippt nach und nach jedem auf die Schulter. Wer an der Schulter angetippt wurde, verwandelt sich schlagartig vom grauen Mäuschen in den Superhelden und geht als solcher umher, bis alle verwandelt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einsatz der Stimme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Einsatz der Stimme kommt es darauf an, welches Ziel man in der Selbstbehauptungs-phase verfolgt. Will man deeskalierend wirken, sollte die Stimme ruhig und sicher sein, will man den Gegner einschüchtern, sollte sie laut und kräftig sein. Im Folgenden will ich darauf eingehen, wie Bewegung, Atem und Stimme zusammenwirken, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Atem ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Stresssituationen kann es vorkommen, dass einem buchstäblich 'die Luft wegbleibt'. Man erschrickt, schnappt nach Luft und hält diese fest, statt sie wieder auszuatmen. Da die Lungen nun gefüllt sind, kann man auch nicht mehr einatmen und der gesamte Atemfluss kommt ins Stocken.&lt;br /&gt;
Stellt man dies bei sich fest, ist es wichtig bewusst auszuatmen. Nur wenn der Atemfluss intakt ist, kann man seine Stimme so verwenden, wie es die Situation verlangt. Außerdem entspannt sich automatisch der ganze Körper, wenn die Atemluft wieder fließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kraftvolle Sprache benötigt einen tiefen Atem und einen natürlich tiefen Atem bekommt man durch Bewegung. Entsprechend empfiehlt es sich, sich vor Sprachübungen, genau wie für ein Ju-Jutsu-Training, gut aufzuwärmen. Durch die Bewegung kommt der Blutkreislauf in Schwung, der Atem wird tiefer und der Muskeltonus wird arbeitsoptimiert. Dabei ist zu beachten, dass man nicht 'außer Atem kommt', sondern die Luft weiter ruhig in den Bauch strömen lässt. In der Sprache wie im Ju-Jutsu kommt die Kraft aus dem Zentrum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Stimme ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Mensch besitzt seine ganz eigene, natürliche Stimm-Interferenz-Lage, in der die Stimme besonders kraftvoll und authentisch ist. Diese kann man bei sich selbst durch einen einfachen Test herausfinden: man stellt sich ein sehr langweiliges Telefongespräch vor und sagt immer 'Mhm... mhm...'. In dieser entspannten (gelangweilten) Haltung nimmt die Stimme automatisch die eigene Interferenz-Lage ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alltag und gerade in Stresssituationen rutscht die Stimme häufig 'hoch' oder bleibt einem 'im Hals stecken'. Dadurch wirkt die Sprache unsicher und unglaubhaft. Oftmals hat man sich auch eine 'zu hohe' oder gequetschte Art zu sprechen angewöhnt und nutzt nur einen Bruchteil des möglichen Stimmvolumens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um zu verstehen, was der Stimme Kraft gibt ohne sie anzustrengen oder zu überlasten, ist es wichtig, sich die Bedeutung der Konsonanten beim Sprechen bewusst zu machen. In der Stimmbildung von Sprechern und Schauspielern wird besonderen Wert auf das korrekte Bilden der Konsonanten gelegt, da diese der Sprache den Rahmen geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Schrei ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schrei ist gebündelte Energie. Man benötigt für einen lauten, kraftvollen Schrei, mit dem man etwas bewirken kann, genauso den ganzen Körper, wie für einen harten Schlag oder Stoß. Zu beachten ist dabei Folgendes: die Füße brauchen einen satten Kontakt zum Boden, der Schwerpunkt ist leicht abgesenkt, die Beine sind angespannt, der Oberkörpers ist in Arbeitsbereitschaft, die Energie kommt aus dem Unterbauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein kraftvoller Schrei kann einen Gegner einschüchtern oder überraschen, er unterstützt Atemi-Techniken, baut negative Energien ab und gibt einem selbst ein Gefühl von Stärke und Kampfeswillen – allerdings nur, wenn man dabei keine Unsicherheit verspürt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem heutzutage ist, dass man normalerweise nicht mehr schreit. Und schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Das Schreien wird dem Kind abgewöhnt und der Erwachsene muss es wieder neu erlernen. Es empfiehlt sich, dies erst einmal im geschützten Rahmen oder noch besser allein auszuprobieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen zum Einsatz der Stimme mit Erwachsenen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ho ho ho'''&lt;br /&gt;
Zwei Partner stehen sich gegenüber und legen die Handflächen aneinander. Beide senken den Schwerpunkt leicht ab und strecken nun abwechselnd den rechten und linken Arm nach vorn, während der jeweils andere vom Partner nach hinten gedrückt wird. Bei jedem Strecken, rufen beide Partner ein tiefes 'Ho', bei dem sich die Bauchdecke anspannt. Mit der Zeit spürt man ein Brennen in der Magengegend. Die Übung weckt das 'Feuer' in einem und hilft, tief  und kräftig zu atmen. Man sollte die Übung nicht zu lange am Stück machen (Gefahr des Hyperventilierens).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''KLSFM'''&lt;br /&gt;
Diese Abfolge von Konsonanten unterstützen die Richtung der Sprache (von hinten nach vorn, von oben nach unten) durch ihren natürlichen Sitz im Mundraum. Zudem wird jeder Konsonant mit einer Bewegung und einem inneren Bild unterstützt.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
K    -    Zunge, Gaumen             -    Holzhacken mit einer schweren Axt&lt;br /&gt;
L    -    Zunge, Zahndamm (oben)    -    Mit beiden Händen Farbe umrühren&lt;br /&gt;
S    -    Zunge, Zahndamm (unten)   -    Eine Hand schlängelt sich schnell nach vorn und imitiert eine Schlange&lt;br /&gt;
F    -    Unterlippe, Schneidezähne -    Mit einem großen Besen nach vorne fegen &lt;br /&gt;
M    -    Unterlippe, Oberlippe     -    Vor dem Lieblingsessen mit beiden Händen das Tischtuch glattstreichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konsonanten werden ohne Vokal gesprochen (also nicht [ˈka] sondern nur [ˈk]). Für jeden Konsonant macht man einen Schritt nach vorn und senkt den Schwerpunkt etwas weiter ab. Man versucht alle Konsonanten am Stück zu sprechen, ohne zwischendurch Atem zu schöpfen. Nach dem M stellt man sich gerade hin, legt die Hand auf den Bauch und lässt die Luft passiv einströmen, ohne aktiv zu atmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Halt. Hebe hurtig…'''&lt;br /&gt;
In der ersten Phase der Übung stellen sich alle Teilnehmer in einen Kreis und legen jeweils die rechte Hand auf den Bauch. Gemeinsam wird folgendes gesprochen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			Ha ha ha… He he he… Hi hi hi… Ho ho ho… Hu hu hu… &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Bauchdecke bei jeder Silbe anspannt und wieder entspannt. &lt;br /&gt;
In einer zweiten Phase stehen sich zwei Partner mit größtmöglichem Abstand gegenüber, als hätten sie eine gut befahrene Straße zwischen sich, und rufen sich folgenden Text zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			Halt. Hebe hurtig&lt;br /&gt;
			hohe Humpen.&lt;br /&gt;
			Hole Heinrich hierher&lt;br /&gt;
			hohe Halme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Sprechen ist darauf zu achten, dass der Satz Sinn macht und das Gegenüber wirklich  angesprochen wird. Der Sprecher geht dabei leicht in die Knie und senkt seinen Schwerpunkt ab.  Bevor der Sprecher den Text sagt, deutet er mit einer klaren zeigenden Bewegung auf seinen Ansprechpartner. Der Arm bleibt, während der gesamten Übung auf den Partner gerichtet. &lt;br /&gt;
Es kann damit experimentiert werden, ob man nach jedem Wort neu Luft holen darf oder ob man die ganze Übung mit einem Atem sprechen muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übungen zum Einsatz der Stimme mit Kindern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich können alle Kinderübungen auch mit Erwachsenen durchgeführt werden. Umgekehrt sind die Erwachsenenübungen für Kinder und Jugendliche ungeeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Locken'''&lt;br /&gt;
Einem Teilnehmer werden die Augen verbunden. Alle anderen bilden zwei Mannschaften und jede Mannschaft bestimmt einen Ort im Raum, zu dem sie den Teilnehmer mit den verbundenen Augen locken will. Das einzige Wort was den beiden Mannschaften zur Verfügung steht ist der Name der zu lockenden Person, den sie aber auf unterschiedlichste Art und Weise benutzen können: lockend, schmeichelnd, bestimmend, rufend, etc. Die Person mit den verbundenen Augen geht immer dahin, wo sie sich wohl fühlt und wo eine Person ihren Namen auf besonders ansprechende Art und Weise gesprochen hat. Das Spiel endet, wenn eine der Mannschaften ihr Ziel erreicht hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Der Cottbuser Postkutscher'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
			Der Cottbuser Postkutscher&lt;br /&gt;
			putzt den Cottbuser Postkutsch-Kasten&lt;br /&gt;
			mit der Cottbuser Postkutsch-Kasten-Paste&lt;br /&gt;
			blitzeblank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser relativ schwere Zungenbrecher trainiert beim Sprechen die deutliche Artikulation und genaue Gedankenführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stopp (2)'''&lt;br /&gt;
Wie bei der Übung für Körpersprache stellen sich zwei Partner mit einigem Abstand gegenüber. Der eine Partner geht wieder langsam auf den anderen Partner zu, bis dieser ihm nun mit einem klaren und deutliche 'Stopp' zu verstehen gibt, dass er anhalten soll. Nach drei Gängen wird gewechselt. Die Teilnehmer sollen verschiedene Sprechvariationen austesten: laut sprechen, leise sprechen, wütend, fröhlich, ängstlich, etc. der Partner hält aber nur an, wenn bei ihm die Botschaft 'Halt jetzt an!' auch wirklich angekommen ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Frieder Knauss</name></author>	</entry>

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